Deutsche Meisterschaften Para-Equestrian

Datum: 23.06.2011 bis 26.06.2011
Ort: 66802 Überherrn
Land: Deutschland
Kategorie: -
Webseite zum Event: http://www.arc-saarland.de
Weitere Informationen: Die Freilandveranstaltung findet außerhalb auf dem Linslerhof statt.

3. Dressurfestival des ARC auf dem Linslerhof in Überherrn lockt mit Dressurprüfungen bis Klasse S* und Deutschen Meisterschaften Para-Equestrian für Dressurreiter mit Handicap

Schon zum 3. Mal veranstaltet der Akademische Reitclub an der Universität des Saarlandes (ARC) vom 23. bis 26. Juni sein großes Dressurfestival. Schirmherrinnen des Marathon-Events sind die saarländische Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und die Besitzerin der Anlage, Brigitte von Boch. Medienpartner ist der „Wochenspiegel“. Vier Tage lang wird dann auf dem Linslerhof in Überherrn wieder Dressursport der Spitzenklasse geboten. Auch in diesem Jahr sind Prüfungen bis Olympia-Niveau ausgeschrieben. Zahlreiche namhafte Dressurreiter aus Südwestdeutschland und Luxemburg, aber auch aus der ganzen Bundesrepublik werden an den Start gehen. Zudem trägt der ARC erstmals die Deutschen Meisterschaften im Para-Equestrian für Dressurreiter mit Handicap aus. Hier starten auch die deutschen Teilnehmer der Paralympics 2008 (Hongkong) und der Weltreiterspiele 2010 (Kentucky), die mit Silber im Team, drei Gold- und einer Silbermedaille in der Einzelwertung erheblich zum hohen Medaillenspiegel des deutschen Teams beigetragen haben. Da die viertägige Freilandveranstaltung zudem eine Sichtung für die Europameisterschaften 2011 in Belgien ist, werden auch zahlreiche Starter aus dem benachbarten Ausland erwartet. Unter der Leitung von Dr. Jan Holger Holtschmit, dem Vorsitzenden des ARC, finden an diesem langen Turnierwochenende insgesamt 24 Prüfungen von der Führzügelklasse über die Dressurpferdeprüfung bis hin zur Dressur der schweren Klasse statt. So sind für die Reiter mit körperlicher Behinderung mehrere Einlaufprüfungen der Grades I bis IV sowie je Grade zwei Wertungsprüfungen ausgeschrieben. Die Reiter ohne Handicap treten unter anderem in der S*-Dressur Prix St. Georges (Liselotte-Kanehl-Gedächtnispreis), der S-Dressur Intermediaire I-Kür, der S*-Dressur Grand Prix de Dressage und der S*-Dressur Grand Prix Special an. Für den vierbeinigen Nachwuchs stehen mehrere Dressurpferdeprüfungen als Qualifikationen für das Bundeschampionat des Deutschen Dressurpferdes sowie eine spezielle S*-Dressur für Jungpferde auf dem Programm.
Die Deutschen Meisterschaften der Dressurreiter mit Behinderung finden unter der Ägide des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten – kurz DKThR genannt – statt. Auch hier führt Dr. Jan Holger Holtschmit, Chefarzt der Marienhausklinik St. Josef (Losheim am See), den Vorsitz. 1970 gegründet ist das DKThR ein gemeinnütziger Verein mit rund 3000 Mitgliedern, der das Therapeutische Reiten fördert. Darunter versteht man den Einsatz des Reitens zur Linderung und Heilung psychosozialer Probleme und Störungen sowie bei der Behandlung von körperlichen Behinderungen. Im Vordergrund steht dabei die Heilung und Förderung der geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung. Neben dem medizinischen, pädagogischen und psychologischen Nutzen der sogenannten Hippotherapie gibt es aber auch noch eine sportliche Komponente, die im Rahmen des ARC-Dressurfestivals zum Tragen kommt. Denn auch Menschen mit Handicap können das Reiten, Fahren und sogar Voltigieren erlernen. Der Pferdesport gehört zu den wenigen Sportarten, die Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam ausüben können. Während im Breitensport die sinnvolle Freizeitgestaltung mit dem Pferd im Vordergrund steht, nehmen behinderte Reiter im Leistungssport an Regelturnieren, bei denen sie sich mit nicht-behinderten Sportlern messen, wie auch an Behindertenturnieren teil. Für einen fairen Wettkampf wird eine Einteilung in Wettkampfklassen (Grades) vorgenommen, die sich nach der Schwere der Behinderung richtet. Der Begriff „Para-Equestrian“ umfasst dabei das Dressurreiten und der Fahrsport für Menschen mit Handicap. 2006 ist das „Para-Equestrian“ im Weltreiterverband FEI (Fédération Equestre Internationale) als achte Disziplin zu Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Fahren, Voltigieren, Distanzreiten und Reining hinzugekommen. Das DKThR betreut und organisiert den Reitsport für gehandicapte Menschen. Es unterstützt sie bei Ausbildung und Training, bei Wettkampforganisation und Wettkampffinanzierung. Auch Ausnahmesportlerin Hannelore Brenner wird beim 3. ARC-Dressurfestival auf dem Linslerhof in Überherrn zu Gast sein. Seit einem Reitunfall im Jahre 1986 querschnittgelähmt kehrte die Betriebswirtin über die Hippotherapie in den Leistungssport zurück und gehört heute zu den weltweit besten Dressurreiterinnen mit Handicap. 24 internationale Medaillen bei EM, WM und Paralympics – davon 10 Goldene, 1 Silberne und 1 Bronzene – hat sie erritten. Zudem besitzt sie 3 WM-Titel, 5 EM-Titel, 2 Paralympic-Siege, den PSI-Award 2008 und den Friedensreiterpreis 2009. Spannende Unterhaltung für Groß und Klein ist also garantiert. hch