Das Auge lenkt mit: So hilft die Blicksteuerung beim Reiten

Der Blick des Reiters steuert das Pferd

CAVALLO Blick-Steuerung beim Reiten
Foto: Rädlein
Der Blick des Reiters beeinflusst den Sitz: Die feinste Hilfe des Reiters ist sein Blick. Er steuert die Bewegungen des Pferds, erleichtert Lektionen und entspannt beim Scheuen. CAVALLO erklärt wie Reiter die Blicksteuerung nutzen können.

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte - heißt es. Beim Reiten ist das anders. Hier gibt es verschiedene Blicke, die Reitern mit Augenmaß helfen. Je nachdem, wohin der Reiter schaut, beeinflusst er seinen Sitz und damit auch das Pferd.

Wohin soll man die Augen richten? Und wie stark darf der Blick sein? „Starre Augen beeinflussen die Körperspannung des Reiters“, sagt Carla Bauchmüller, Centered-Riding-Trainerin aus Kalifornien. Weil extrem fokussierende Augen die Atmung stocken lassen, verspannt der Reiter. Der Kontakt zum Pferd geht verloren und er kann den Bewegungen des Tiers nicht folgen. „Man ist mit Starren beschäftigt und kann sich nicht mehr aufs Fühlen konzentrieren“, sagt die Trainerin.

Wie sich das auswirken kann, zeigt diese Übung, die auch ohne Pferd funktioniert: Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und halten Sie einen Finger vor sich. Sie fixieren ihn und spüren in sich hinein: Wie atme ich, wie fühlen sich die Sitzknochen an? Sie spüren Spannung. Anders ergeht es Ihnen, wenn Sie den Blick schweifen lassen, als hätten Sie einen Weitwinkel. Der Blick ist entspannt und Ihr Körper tut es Ihren Augen automatisch gleich.

Der weiche Rundumblick hat einen großen praktischen Vorteil: Sobald mehrere Reiter in der Bahn sind, hilft dieser Blick bei der Orientierung. Wer sieht, wo welcher Reiter in der Bahn unterwegs ist, kann zum Beispiel frühzeitig den Hufschlag frei machen. Obwohl Reitlehrer landauf und landab predigen, diesen Weitblick zu benutzen, erwischt sich fast jeder Reiter mal dabei, dem Pferd auf Hals oder Genick zu schauen.

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03.06.2013
Autor: Redaktion CAVALLO/Cathrin Flößer
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