Pferde richtig füttern: Machen Sie den Protein-Test!

Woher stammen die Proteine im Futter?

Pferde brauchen Eiweiß. Nur wie viel sollte man davon füttern? Denn zu viel schadet. CAVALLO erklärt, wie Sie Ihr Pferd mit der richtigen Menge Protein versorgen und wozu es im Organismus gebraucht wird.
Foto: Rädlein CAVALLO Pferdefutter

Fehlen dem Pferdekörper Aminosäuren, kann er keine Muskeln bilden.

Der wichtigste Eiweißlieferant fürs Pferd ist Heu. Sein Proteingehalt hängt vom Schnittzeitpunkt ab und schwankt zwischen 130 und 60 Gramm Rohprotein pro Kilo (vor bzw. nach der Blüte). Darin finden sich etwa 37 Gramm essenziellen Aminosäuren. Das ist im Vergleich zu anderen Futtermitteln recht viel. Silage enthält mehr Wasser als Heu und damit weniger Eiweiß pro Kilo.

Im Kraftfutter liefert Hafer neben leicht verdaulicher Energie auch 80 bis 120 Gramm Rohprotein pro Kilo und etwa 47 Gramm essenzielle Aminosäuren. Die schlechter verdauliche Gerste hat ähnlich viel Rohprotein, aber nur 37 Gramm essenzielle Aminosäuren. Mais enthält noch weniger dieser wichtigen Moleküle. Im Weidegras stecken ungefähr 15 bis 50 Gramm Rohprotein pro Kilo. Vor der Blüte enthält Gras mehr Protein als in der Blüte oder danach. „Davon nutzt das Pferd etwa 70 Prozent, die verdaulichen Rohproteine“, sagt Dr. Meyer. Fresszeit und Grashöhe bestimmen, wie viele Proteine ein Pferd beim Grasen aufnimmt.

Je kürzer die Weidezeit, desto mehr mampft es in einer Stunde. Bleibt es länger draußen, dehnen sich auch die Fresspausen aus. Bei 10 Zentimeter langen Halmen und drei Stunden Weidegang frisst ein 400 Kilo schweres Pferd etwa 4,6 Kilo pro Stunde. Bleibt das Tier zwölf Stunden draußen, sind es stündlich noch ungefähr 3,5 Kilo. Eiweißreiches Gras liefert dann schon mehr Protein, als das Pferd verbrauchen kann.

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16.02.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 12/2011