Pferde richtig füttern: Machen Sie den Protein-Test!

Proteinversorgung: Probleme erkennen

Foto: Slawik
Pferde brauchen Eiweiß. Nur wie viel sollte man davon füttern? Denn zu viel schadet. CAVALLO erklärt, wie Sie Ihr Pferd mit der richtigen Menge Protein versorgen und wozu es im Organismus gebraucht wird.

Ist Ihr Pferd gut bemuskelt und leistungsbereit, hat es glänzendes Fell sowie stabile Hufe, sind genug Proteine im Futter. Fehlen Aminosäuren in der Ration, werden wichtige Körpereiweiße nicht gebildet, und Muskeln wachsen nicht. Das passiert allerdings auch, wenn das Pferd zu viel Eiweiß frisst. Pferde vertragen einen Proteinüberschuss von bis zu 50 Prozent. Das klingt nach viel, ist aber schnell erreicht.

Denn Futtergras und -getreide enthalten viel mehr Eiweiß als die dürren Steppengräser, mit denen sich Urpferde versorgten. Überschüssige Proteine muss der Körper um- und abbauen. Die dafür nötige Energie fehlt im Organismus. Das Pferd wird schlapp und bleibt dünn. „Deshalb bringen manche Tiere trotz voller Krippen schlechte Leistungen und nehmen nicht zu“, erklärt Dorothe Meyer. Außerdem belastet der dauernde Proteinabbau Leber und Niere. „Beim Zerlegen der Aminogruppen wird zudem das Nervengift Ammoniak frei“, sagt Meyer.

„Im Darm steigt der pH-Wert. Das stört die Verdauung; Durchfall, Kotwasser und Koliken drohen. Gerät Ammoniak ins Blut, weil die Leber mit dem Abtransport nicht mehr nachkommt, kann es Pferde unkontrollierbar machen."

Wie beseitigt man einen Mangel?

Normalerweise reicht es, auf eine gut kalkulierte Ration umzustellen. Fehlt dann noch viel, schließen eiweißhaltige Futtermittel die Lücke. Sojaschrot liefert mit 180 Gramm essenziellen Aminosäuren pro Kilo besonders viel Protein. Auch Leinsamen, Luzerne und Bierhefe enthalten viel Eiweiß. Von Protein-Pulvern rät Dorthe Meyer ab.

Der Körper kann nicht jedes Protein verwenden, und die Zusammensetzung der Mittel ist oft nicht genau aufgeschlüsselt. „Damit kann schnell ein Eiweißüberschuss entstehen, ohne dass der eigentliche Mangel behoben wird“, warnt Meyer. „Entscheidend ist nämlich nicht, wie viele Aminosäuren Sie füttern, sondern welche.“ Die Proteinsynthese erfolgt nach strengen Regeln. Fehlt ein zentraler Baustein wie Lysin oder Methionin, stoppt der ganze Prozess, egal wie viel andere Aminosäuren vorhanden sind.

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16.02.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 12/2011