Pferde richtig putzen: So massieren Sie Ihr Pferd beim Putzen

Wellness für Pferde: Die Putzmassage


Zur Fotostrecke (6 Bilder)

CAVALLO Fellpflege
Foto: Rädlein

 

CAVALLO Bürsten und Kardätschen im Test
Foto: Rädlein

 

CAVALLO Bürsten und Kardätschen im Test
Foto: Rädlein

 

CAVALLO Bürsten und Kardätschen im Test
Foto: Rädlein

 

CAVALLO Bürsten und Kardätschen im Test
Foto: Rädlein
Massieren statt putzen: Putzen soll das Pferd vom Schmutz befreien. Mit der richtigen Technik bringen Sie sogar die Lymphe in Schwung und bieten Ihrem Pferd ein richtiges Wellness-Programm.

Lesen Sie in diesem Artikel:


Fellkraulen ist für Pferde ein wohliger Kratzgenuss und wichtiger Klebstoff für den sozialen Kontakt. Wer sein Pferd putzt, fördert auf diese Weise das soziale Miteinander und damit das Vertrauen. Die dabei erbürstete Sauberkeit ist Pferden dagegen eher lästig: Wenn sie sich säubern wollen, wälzen sie sich am liebsten. So werden sie Staub, lose Haare und Ungeziefer los,
können ihren Körper massieren oder juckende Stellen erreichen.

Der Blick in eine Herde gibt eine recht gute Anleitung, wo Pferde am liebsten geputzt werden. Zur Begrüßung beschnuppern sie sich zum Beispiel vorne an der Schulter. Berühren Sie dort Ihr Pferd zuerst mit einem sanften Kraulen. Und zwar nicht nur zur Begrüßung, beginnen Sie an dieser Stelle auch mit dem Putzen. Anderes Beispiel: Wenn sich zwei Pferde besonders mögen, knabbern sie sich gerne kurz vor dem Widerrist am Mähnenkamm. Die meisten Pferde reagieren daher an diesem Punkt verzückt auf ein Schubbern mit der Hand oder dem Gummistriegel. Pferde sind sensibel und registrieren die leichteste Berührung an ihrem Körper. Auf zu viel Druck reagieren
sie vor allem an Genick, Rücken und Bauch empfindlich.

 

CAVALLO Fellpflege
Foto: Rädlein Die meisten Pferde mögen das Putzen - auch am Kopf.

Lymphdrainage-Putzen wir den Stoffwechsel an

Üblicherweise nimmt man zum Aufrauen des Fells einen Gummistriegel. Grober Dreck lässt sich vorher gut mit einer Wurzelbürste entfernen. Der Gummistriegel löst Dreck im Fell, entfernt lose Haare und massiert gleichzeitig. Auch Nadelstriegel sind hierfür geeignet, im Gegensatz zu Eisenstriegeln. Diese sind viel zu hart, können die Haut aufschürfen. Eisenstriegel sollten daher nur benutzt werden, um die Kardätsche daran abzustreifen. Die wiederum sorgt für den Glanz, wobei sie immer in Fellrichtung über das Pferd gleitet. Um letzte Staubkrümel aus den Haaren zu wischen, sind Fellhandschuhe besonders gut geeignet. Sie können Ihrem Pferd mit den Putzutensilien auch eine kleine Massage verpassen.

Tierarzt Dirk Berens von Rautenfeld von der MedizinischenHochschule Hannover putzt Pferde mit einer ganz bestimmten Technik: Equines Lymphdrainage-Putzen. Das bringt die Lymphe in Wallung und sorgt dafür, dass Stoffwechsel- und Entzündungsprodukte abtransportiert werden. Schwellungen, angelaufene Beine und Ödeme sollen damit verschwinden. Das Geheimnis der besonderen Putztechnik liegt in den Kreisund Spiralformen, in denen das Pferd geputzt wird. So wird die Lymphe Zentimeter für Zentimeter angeregt. Im Gegensatz zur manuellen Lymphdrainage, die nur von Profis durchgeführt werden darf – womöglich verteilt man sonst Erreger von Entzündungen durch den ganzen Körper –, kann das Lymphdrainage-Putzen von jedermann angewendet werden. Das Besondere daran: Es wirkt vor allem an den Beinen. Pferde haben recht chwache Lymphgefäße. Damit die Lymphe fließt, brauchen sie Bewegung. Das ist bei langen Stehzeiten in der Box, womöglich noch mit engen Bandagen, nicht gegeben.

Damit die Lymphe mit ihren Inhaltsstoffen aus den Beinen abtransportiert wird, müssen Sie hier unbedingt gegen den Fellstrich striegeln, damit die Lymphe nach oben in Richtung Lymphknoten abfließt.


Inhaltsverzeichnis

16.03.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 05/2010