Pferde richtig putzen: So massieren Sie Ihr Pferd beim Putzen

Pferde richtig putzen: Lymphdrainage-Putzen beim Pferd

Massieren statt putzen: Putzen soll das Pferd vom Schmutz befreien. Mit der richtigen Technik bringen Sie sogar die Lymphe in Schwung und bieten Ihrem Pferd ein richtiges Wellness-Erlebnis.

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Sie können Ihr Pferd auch mit der Hand massieren. Das regt die Durchblutung an und lockert obere Muskelschichten. Dazu gibt es verschiedene Techniken, etwa das Abstreichen mit der flachen Hand. Dabei streichen Sie mit san em Druck in Wuchsrichtung über das Pferdefell. Warme Stellen, Hubbel oder Schwellungen erkennen Sie auf diese Weise sehr gut. Ähnlich funktioniert der TTouch der amerikanischen Pferdetrainerin Linda Tellington-Jones: Fingerspitzen oder Hand Fläche kreiseln sanft zusammen mit der Pferdehaut. Das regt die Nervenzellen an, die dicht unter der Haut liegen.

Wichtig ist, dass man die Haut dabei im Uhrzeigersinn bewegt und nach eineinviertel Drehungen weiterwandert. Das Nervensystem stump sonst ab und reagiert nicht mehr positiv auf den Reiz. Laut Tellington-Jones heilen diese sanften Berührungen verletztes inneres Gewebe. Mehr Druck verleiht den Pferden ein besseres Gefühl für ihre Hinterhand. Eine andere Methode ist die Druckmassage. Nutzen Sie dazu Ihre Fingerspitzen oder den Handballen und massieren Sie kreisend über das Pferd. Wichtig ist, dass Sie immer in Richtung der Muskelfasern arbeiten, also stets in Längsrichtung. Mit dieser Methode massieren Sie am besten den Hals und die Kruppe. Dort ist das Pferd stark bemuskelt.

 

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Foto: Stuewer Fellpflege funktioniert bei Pferden auch untereinander.

Kraulen und Kneten setzt Hormone frei

Wer etwas mehr Kraft in den Fingern hat, kann sich auch eine Hautrolle greifen und sie mit dem Daumen sanft weiterschieben. Fangen Sie damit am Oberhals an, und rollen Sie langsam in Richtung Schulter herunter. Das funktioniert vor allem an Stellen, an denen die Haut nicht so sehr spannt. Dies lockert Verspannungen, braucht allerdings etwas Übung. Besonders geliebte Kraul-Punkte sind Schulter, Widerrist/Mähnenkamm, Schweifrübe, Hinterbacke und Übergang zur Lendenwirbelsäule. Kraulen reizt Sinneszellen, die das Hirn zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin anregen. Das entspannt Pferde ungemein.

 

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Foto: cavallo

Lymphdrainage-Putzen beim Pferd

Damit das Lymphdrainage-Putzen auch den gewünschten Effekt hat, folgen Sie diesem Muster. Die Pfeile an den Spiralen oder Kreisen geben die Putzrichtung an. Beginnen Sie mit einem Gummistriegel bei (1) an der Schulter mit kreisenden und spiralförmigen Bewegungen in Fellrichtung. Dann zum Unterhals (2) und weiter mit einer Bürste am Kopf (3). Danach kommt von unten nach oben das linke Vorderbein dran (4a-f), gefolgt von Bauch (5), Oberhals und Rücken (6). Letzte Station auf der linken Seite sind Kruppe und Flankengegend (7). Nun wiederholen Sie die Prozedur in der gleichen Reihenfolge auf der rechten Seite. Diese Punkte (8 bis 14) sind nicht ins Schema eingezeichnet. Nun kommt beim Lymphdrainage-Putzen noch das rechte, anschließend das linke Hinterbein (16) von unten nach oben dran. Zu guter Letzt folgt ein zweiter Durchgang, bei dem das Pferd von vorn bis hinten gebürstet wird (grüne Pfeile).


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12.03.2012
Autor: Redaktion CAVALLO/Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 05/2010