Pferde scheren: Darauf müssen Reiter bei der Fellpflege achten

Pferdefrisöre kommen zum Scheren

Wenn das Fell der Pferde zum Winter hin dichter wird, schwitzen sie schneller. Aber auch beim Fellwechsel im Frühjahr denken manche Reiter über das Scheren nach, um ihre Pferde schneller vom Winterhaarkleid zu befreien. Ist das nötig? CAVALLO klärt auf.

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Die beste Zeit zum Scheren ist Ende Oktober bis Anfang November. Manche Reiter schneiden im Januar oder Februar noch einmal nach, je nachdem, wie üppig das Fell sprießt. Rasieren ist jedoch kein reines Wintergeschäft: Frühjahrs- und Sommerhaarschnitte sind für viele ältere Pferde empfehlenswert.

Sie verlieren ihr Winterfell oft nicht mehr richtig, so dass sie bei warmen Temperaturen zu stark schwitzen und schlapp sind. Der Pferdebesitzer kann zwischen unterschiedlichen Haarschnitten wählen – passend für das jeweilige. Inzwischen gibt es sogar professionelle Pferdefrisöre, die zu Ihnen in den Stall kommen.

Das Frisieren ist nicht einmal sehr teuer. Einfache Streifenschnitte kosten rund 15 Euro; eine Komplettschur, die bis zu drei Stunden dauern kann, gibt es ab etwa 50 Euro. Wollen Sie selbst scheren, müssen Sie einige Dinge beachten: Das Fell Ihres Pferds muss sauber und trocken sein, sonst hat die Schermaschine keine Chance.

Gutes Equipment ist wichtig, Billiggeräte lohnen sich nicht. Sie gehen entweder schnell kaputt oder schneiden schnell nicht mehr richtig. "Ich empfehle eine Schermaschine mit 300 bis 320 Watt Leistung", sagt Stephanie Brumann, die rund um das nordrhein-westfälische Haltern am See einen Pferde-Scher-Service anbietet.

Schermaschinen mit Batterie- oder Strombetrieb

Es gibt batterie- oder strombetriebene Geräte. Batteriebetriebene sind zwar leiser als strombetriebene Maschinen, aber oft auch nicht so leistungsstark. Läuft die Schermaschine schwerfällig, ist die Spannschraube eventuell zu fest eingestellt; ist sie sehr laut und klappert womöglich, ist die Schraube vielleicht zu locker. Die Messer müssen scharf und geölt sein. Der Verschleiß ist hoch: Spätestens nach drei Komplettschuren sind sie stumpf und müssen ausgetauscht werden. "Bei einem guten, neuen Gerät sollten daher schon Ersatzmessser beiliegen", sagt Esther Dürr aus dem schwäbischen Bodelshausen, die ebenfalls professionell Pferde schert.

Wer die Investition in ein eigenes Gerät scheut, sollte beim Reitsportfachhandel nachfragen: Manche Händler vermieten Maschinen. Der Schnitt selbst erfordert etwas Übung, ist aber nicht allzu kompliziert. "Letztendlich funktioniert es wie beim Rasieren: Fahren Sie mit der Maschine langsam gegen die Wuchsrichtung des Fells", rät Stephanie Brumann. Um zu testen, wie Ihr Pferd reagiert, fangen Sie am besten an unempfindlichen Stellen wie der Schulter an. Achten Sie darauf, dass ein Teil des Scherblatts immer noch auf dem bereits geschorenen Stück ansetzt. "Sonst gibt es unschöne Streifen", sagt Brumann.

Wichtig: Setzen Sie den Scherkopf stets plan am Fell an; sonst reißen Sie Ihrem Pferd die Haare aus oder schneiden es womöglich sogar in die Haut.


01.04.2014
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 10/2012