Pferdefleisch-Skandal: Importe von Argentinien nach Europa

Kriminelle Strukturen - Die Pferde-Mafia

In Argentinien stehlen Diebe tausende Pferde – und verkaufen sie an Schlachthöfe. Das Fleisch landet angeblich auch in Europa.

 

CAVALLO Pferdefleisch
Foto: TSB Zürich Mit Knüppeln treiben Männer die Pferde auf eine Lkw-Laderampe.

Hinter den Taten stecken kriminelle Strukturen, wie ein Polizist der Abteilung für Viehdiebstahl dem Tierschutzbund Zürich bestätigte. Laut TSB hat er seinen Job inzwischen gekündigt. „Er wurde von Kollegen massiv unter Druck gesetzt“, sagt York Ditfurth. Die kriminellen Geschäfte mit gestohlenen Pferden seien ohne Hilfe korrupter Polizisten und Tierärzte der argentinischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und -qualität Senasa gar nicht möglich.

Deren Vertreter besorgten nicht nur falsche Papiere, sondern drückten bei Kontrollen auch die Augen zu. So müssen bei der Anlieferung der Pferde in Lamar Papiere und Tiere überprüft werden. „Wir haben einen diensthabenden Veterinär dort zu den gestohlenen Pferden befragt“, sagt York Ditfurth. Seine Antwort: „Meine Verfügungsgewalt reicht von jenem Zaun dort drüben bis hierher. Was außerhalb des Schlachthofs liegt, kann ich nicht verändern, es liegt nicht in meinem Bereich.“ Ein anderer Regierungsvertreter habe freimütig erklärt, dass es einen Schwarzmarkt für die nötigen Papiere gebe: „Wie bei Autos, wie bei allem.“

Mehr Infos sowie ein Film über die TSB-Recherchen unter: Tierschutzbund Zürich und unter Video auf CAVALLO: Hehlerware - Pferdefleisch aus Argentinien


28.03.2014
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO