Pferdefleisch-Skandal: Importe von Argentinien nach Europa

Kriminelle Strukturen - Der Schlachthof Lamar

In Argentinien stehlen Diebe tausende Pferde – und verkaufen sie an Schlachthöfe. Das Fleisch landet angeblich auch in Europa.

Probleme gebe es aber nicht nur mit Herkunft und Transport der Pferde, sondern auch mit der Lebensmittelsicherheit. Lediglich bei einem von 3300 Pferden werde Muskelfleisch entnommen, um es auf Rückstände zu untersuchen. Medikamente wie das als Schmerzmittel und Entzündungshemmer verwendete Phenylbutazon lassen sich jedoch nur in Blut und Harn nachweisen.

In der Schweiz und der EU ist Phenylbutazon bei Schlachtpferden verboten. „In Argentinien sieht man das lockerer“, sagt York Ditfurth. „Wir haben dazu Dr. Mario Lopez Oliva befragt, den ehemaligen Vorsitzenden der Argentinischen Vereinigung der Pferdefachtierärzte.“ Dieser halte den Umgang der Europäer mit Phenylbutazon für hysterisch, es baue sich ja innerhalb eines Monats ab.

Der Tierschutzbund Zürich hat inzwischen Anzeige gegen GVFI wegen Hehlerei erstattet. Die Basler Staatsanwaltschaft ermittelt. GVFI International selbst streitet auf CAVALLO-Anfrage alles ab. Weder von argentinischen noch von Schweizer und EU-Behörden habe es Hinweise auf Missstände gegeben. Die Firma habe sich dennoch entschlossen, Zulieferbetriebe durch eine externe Zertifizierungsstelle kontrollieren zu lassen. Nach eigenen Angaben hat GVFI International seit Ende September 2013 kein Pferde eisch mehr vom Schlachthof Lamar bezogen. Die Kundennachfrage sei zu gering und es gebe Beschaffungsschwierigkeiten.

Mehr Infos sowie ein Film über die TSB-Recherchen unter: Tierschutzbund Zürich und unter Video auf CAVALLO: Hehlerware - Pferdefleisch aus Argentinien


28.03.2014
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO