Gefahr im Stall: Das Reizgas Ammoniak macht Pferde krank

Ammoniak - Das stinkt Ihrem Pferd

Reitschulen im Test
Foto: Lisa Rädlein
Stinkig, ätzend und gefährlich: Das Reizgas Ammoniak lässt Pferde husten und zerfrisst das Hufhorn. Sorgt eine Mistmatratze im Stall für gute Luft? CAVALLO machte den Test.

Viele Pferdeställe sind Giftküchen, in denen gefährliches Reizgas wütet. Ammoniak attackiert die Atemwege des Pferds, lässt die Augen brennen und zerfrisst das Hufhorn. Neue Forschungen liefern Argumente für eine alte, in Verruf geratene Einstreumethode: die Mistmatratze. Sorgt sie wirklich für gesunde Pferdeställe? Oder reicht gutes Lüften?

Die Zutaten für die Giftküche im Stall liefert das Pferd selbst - mit Äpfeln und Urin. Ammoniak entsteht, wenn Mikroorganismen Pferdeurin und -kot zersetzen. Nachschub gibt‘s reichlich: Ein ausgewachsenes Pferd produziert im Schnitt zehn Liter Harn und 23 Kilo Kot täglich. Geschätzte acht Millionen Tonnen Mist kommen so jedes Jahr in Deutschland zusammen.

Das Meiste davon landet als Dünger auf dem Acker, was sich leicht am Gestank erkennen lässt. Gemessen wird der Ammoniakgehalt der Luft in parts per million (ppm). Auf eine Million Teile in der Atemluft kommt eine bestimmte Zahl von Ammoniakteilen. Sehr hoch dosiert ist das Gas tödlich. Ab 5000 ppm sterben Menschen und Tiere in 30 bis 60 Minuten.

Wie konzentriert das Gas in Stallluft sein darf, ist für Nutztiere wie Schweine per Verordnung geregelt: Grenze sind hier 20 ppm. Richtungsweisend für Pferdeställe sind die „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltung". Sie empfehlen einen deutlich niedrigeren Wert von 10 ppm. Dieser sollte nur kurzfristig und ausnahmsweise überschritten werden.

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22.05.2013
Autor: Redaktion CAVALLO / JP Mikisch
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