Heucobs: Raufutter aus der Presse

Foto: Salata
Heucobs und Pellets sind Grashalme in handlichen Brocken, die Pilzen keine Chance bieten. Welcher Nährwert steckt in den grünen Presslingen? Sind sie auch als Heu-Ersatz geeignet?

 

CAVALLO Heunetze
Foto: Rädlein Statt Heu kann man auch Ersatz wie Heucobs füttern.

Es gibt drei Sorten Cobs: Für Heucobs wird fertiges Heu verarbeitet. Für Grascobs wird älteres Gras, für Grünmehlpellets junges, weiches Gras maschinell getrocknet, gehäckselt und gepresst. Pelletieren erhitzt das Gras, was die meisten Mikroorganismen abtötet. Trocknen konserviert die Cobs gut, wie Erhitzen die Pellets. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich je nach Hersteller durch Nährwert, Rohfaseranteil, Struktur und Durchmesser. Cobs sind in der Regel groß und dick, Pellets klein und dünn. CAVALLO ließ zwölf Sorten Pressfutter von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Speyer untersuchen – darunter den Gehalt an Bakterien, Hefen und Pilzen. Die Professoren Ellen Kienzle und Manfred Coenen kommentierten die Ergebnisse.

Alle Sorten erfüllen die Anforderungen des Futtermittelgesetzes. Im Wassergehalt liegen Grascobs mit 5 bis 8 Prozent deutlich niedriger als Heu (11 bis 13 Prozent) und bieten damit Bakterien und Pilzen fast keine Lebensgrundlage. Der Rohproteingehalt von Cobs ist mit teilweise über 24 Prozent deutlich höher als der von Heu, das etwa 2 bis 10 Prozent Rohprotein enthält. „Proteinreiche Cobs sind gut für Pferde, die ein schlechtes Fell haben oder schlapp sind“, rät Ellen Kienzle, die vermutet, dass der Proteinbedarf in den Futterempfehlungen grundsätzlich zu niedrig angesetzt ist. „Cobs sind aber auch ein guter Ersatz für Hafer, wenn ein Pferd durch die leicht verdauliche Haferstärke zu lustig wird und der Reiter mit ihm nicht mehr klarkommt.“

Der Gehalt an Rohfett, der auf den Verpackungen angegeben wird, ist für die Futterqualität von Grascobs nicht wichtig. „Rohfette sind in älteren Gräsern und Stroh hauptsächlich Wachse, die den Glanz an den Halmen ausmachen. Junges Gras enthält zwar viele ungesättigte Fettsäuren, die werden bei der Heißtrocknung aber größtenteils zerstört“, erläutert Ellen Kienzle.

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05.10.2011
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 09/2009