Hufschutz im Offenstall - die besten Profi-Tipps

So schützen Sie Pferdehufe im Offenstall

CAVALLO Hufschutz im Offenstall
Foto: Rädlein
Steine, Beton, Sand und Matsch – ein Offenstall setzt Pferdehufe vielen Ansprüchen aus. CAVALLO zeigt, wie Sie die Hufe Ihres Pferds schützen!

Der Untergrund wirkt dabei manchmal wie eine Nagelfeile: Die Hufe werden immer kürzer. Piksende Steinchen unter der Sohle stören empfindliche Pferde zusätzlich, die gesunde Bewegung unbeschwert zu genießen. Die gute Nachricht: Ähnlich wie wir Menschen beim ersten Barfußgehen im Sommer einen Eiertanz veranstalten, aber am Ende der Ferien ungerührt über Steine spazieren, entwickeln auch Pferde einen besseren Schutz beim Barhufgehen.

„Je länger ein Pferd im Aktivstall steht, desto weiter rückt die Frage nach dem Hufschutz in den Hintergrund. Denn die viele Bewegung und die gute Durchblutung verbessern den Huf“, sagt Burkhard Rau, der in der Rheinischen Hufbeschlagsschule Hufexperten ausbildet. Normalerweise sind Hornabnutzung und Hornbildung außerdem in einem praktischen Gleichgewicht: Ist der Abrieb hoch, wird mehr Horn produziert.

Hufschutz im Offenstall ist deshalb bei vielen Pferden nur zeitweise nötig, etwa in der Umstellungsphase auf das Barhufgehen. „Und selbst diese Eingewöhnungszeit ist für ein gesundes Pferd mit guter Hornsubstanz meist ohne Hufschutz machbar“, sagt Hufschuhexperte Bernd Jung von der Firma Hufcheck. Ob Ihr Pferd tatsächlich einen Hufschutz benötigt, erkennen Sie, wenn Sie sein Laufverhalten und die Hufe aufmerksam beobachten.

Vor der Umstellung aufs Barhufgehen oder beim Wechsel in den Offenstall, wo es mehr Abrieb als in einer Paddockbox gibt, rät Bernd Jung, bei der Hufbearbeitung etwas mehr Horn stehenzulassen als üblich. Der Huf wird auf diese Weise nicht so schnell zu kurz. „Teils wird zu viel Hornsubstanz weggenommen, so wie man es als Vorbereitung auf einen erneuten Beschlag tun würde.“ Generell gebe es nur ganz wenige Pferde, die nicht barhuf laufen könnten.

„Nur gestehen die Besitzer ihnen oft nicht genug Zeit für die Umstellung zu“, meint Bernd Jung. Zeit sollten Sie sich auch für das Beobachten Ihres Pferds in der Umstellungsphase nehmen. Läuft das Pferd fühlig (bevorzugt etwa weichen Grund) und bleibt dies unbemerkt, kann sich ein Teufelskreis entwickeln. „Das Pferd bewegt sich wenig, wodurch wiederum die Hufe schlechter werden und die Bewegung noch unangenehmer wird“, schildert Rau.

Ein temporärer, also zeitweiliger Hufschutz sorgt hier für Abhilfe. Damit Pferdehufe von den positiven Effekten der Offenstallhaltung tatsächlich proftieren können, ist es wichtig, die richtigen Bedingungen im Stall und auf den Bewegungsflächen zu schaffen.

Beziehen Sie unterschiedliche Böden wie Steine, Sand, Gummi oder Einstreu in den Offenstall ein. „Mannigfaltige Untergründe sorgen für einen guten, starken Huf“, sagt Burkhard Rau.

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Fotostrecke: Fotostrecke: Hufbearbeitung - F-Balance Daniel Anz

6 Bilder
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein

08.05.2016
Autor: Redaktion CAVALLO / Steinmann
© CAVALLO
Ausgabe 10 / 2015/2015