Hufschutz im Offenstall - die besten Profi-Tipps

Zu welchem Pferd passt was?

Steine, Beton, Sand und Matsch – ein Offenstall setzt Pferdehufe vielen Ansprüchen aus. CAVALLO zeigt, wie Sie die Hufe Ihres Pferds schützen!

SO VERMEIDEN SIE ÄRGER IM STALL BEI EINEM BESCHLAGENEN PFERD

Werfen Sie unbedingt vorab einen Blick in Ihren Pensionsvertrag: Manche Stallbetreiber legen hier Regeln fest, wie Pferde beschlagen werden dürfen. Teils sind Metallbeschläge wegen der Verletzungsgefahr für andere Pferde gar nicht oder nur an Vorderhufen erlaubt. Wenn Sie Ihr Pferd beschlagen lassen wollen, versuchen Sie daher, Kompromisse zu finden.

Vielleicht lassen sich mit dem Stallbetreiber individuelle Regelungen treffen, etwa dass Ihr Pferd nur in der Eingewöhnungszeit keine Eisen tragen darf. Mit den Besitzern der anderen Pferde sollten Sie sich ebenfalls absprechen und diese auch bei fehlenden vertraglichen Regelungen über geplante Änderungen beim Beschlag informieren.

Die Entscheidung, ob Kunststoff- oder Eisenbeschläge das Richtige fürs Pferd sind, hängt nicht nur vom Rüpel-Potenzial der Gruppe und der Dauer des Beschlags ab. Auch der Huf an sich ist entscheidend. „Je regelmäßiger die Hornkapsel ist, desto eher würde ich zum Kunststoffbeschlag neigen“, sagt Burkhard Rau. „Will ich mehr stabilisieren, desto eher würde ich zu einem Eisenbeschlag greifen.“

Ein Patentrezept, wann welcher Beschlag besser ist, gibt es nicht. Beschläge für Offenstallpferde sollte man sinnvoll planen Burkhard Rau plädiert dafür, das Beschlagen von Offenstallpferden sinnvoll zu planen: Pferde, die nicht intensiv gearbeitet werden, kämen oft auch barhuf gut zurecht. Für höhere Belastung, etwa einen Reiturlaub, könne man das Pferd kurzzeitig beschlagen. Die Umstellung aufs Barhuflaufen sei nach einer kurzen Beschlagsphase simpel. „Hier sind Hufschuhe wiederum ein probates Mittel“, sagt Burkhard Rau, der als einer der ersten Schmiede in den 1980er-Jahren mit Hufschuhen arbeitete.

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CAVALLO Redakteurin Barbara Böke
Foto: Rädlein

BARBARA BÖKE, CAVALLO-REDAKTEURIN

Mein Wallach Chicco lief zwei Jahre lang barhuf. Damit kam er ganz gut klar; im Gelände trug er Hufschuhe. Anfang des Jahres wechselte er in einen Aktivstall. Sein Hufhorn wurde zwar fester, wuchs aber nicht schnell genug nach. Chicco ging nach einiger Zeit lahm; lange war nicht klar, warum, denn auf die Druckprobe mit der Hufzange reagierte er erst spät. Um eine Belastungshufrehe
auszuschließen, ließ ich alle Hufe röntgen. Das Ergebnis: auf allen vieren Huflederhautentzündung, die Sohlen waren zu dünn.

Übergangsweise trug er zwei Wochen lang Hufschuhe, dann bekam er einen Duplo-Beschlag. Damit lief er sofort besser, die Lahmheit war verschwunden. Bis sich die Hufe regeneriert haben, behält er den Beschlag. Ob er dann wieder barhuf gehen kann, muss man sehen.

 

CAVALLO Redakteurin Linda Krüger
Foto: Rädlein

LINDA KRÜGER, CAVALLO-REDAKTEURIN

Mit dem Easy Boot RX habe ich bei meiner Stute Glenda sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie brauchte wegen einer Huflederhautentzündung
nach der Umstellung in den Offenstall einen Hufschutz. Ich hoffte, dass Hufschuhe taugen würden, war aber skeptisch. Denn Glenda ist ein sehr aktives Pferd. Der Therapieschuh hielt ihrem Dauerlauf problemlos stand. Sie trug ihn zirka acht Wochen meist rund um die Uhr
– ohne eine Scheuerstelle zu bekommen oder einen Schuh zu verlieren.

Fotostrecke: Fotostrecke: Hufbearbeitung - F-Balance Daniel Anz

6 Bilder
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein
Hufbearbeitung Beschlag Hufeisen F-Balance Foto: Lisa Rädlein

02.05.2016
Autor: Redaktion CAVALLO / Steinmann
© CAVALLO
Ausgabe 09 / 2015/2015