Kraftfutter für Pferde: Was Reiter über Hafer & Müsli wissen müssen

Pferdefutter: Müsli und Dinkel

Kraftfutter - aber welches? Pferde bekommen Getreide als Futter. Wenn es um die Wahl der Sorte geht, herrschen Vorurteile. Welches Getreide ist optimal für das eigene Pferd? Wovon hängt das ab? Und wie sollten die Körner am besten gefüttert werden?

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CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Hafer Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Gerste Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Mais Foto: Lisa Rädlein

Müslis basieren auf Getreide, enthalten aber auch viele andere Komponenten wie getrocknetes oder gepresstes Obst und Gemüse, Luzerne, Nüsse oder Kerne und oft süße Melasse. Ihr Vorteil: Es sind alle Nährstoffe drin, die das Pferd zusätzlich zum Heu braucht. Wer einzelne Getreide füttert, muss die gegebenenfalls durch Zusatzfutter ergänzen. Müslis sind oft haferfrei. Das liegt daran, dass Reiter sie häufig zusätzlich zu Hafer geben. Andere glauben, dass Hafer ihre Pferde dick oder heiß macht.

Nährwerte: Es gibt Müslis für jedes Pferd, egal ob leichtfuttriger Freizeitkumpel, Senior oder Spitzensportler. Wie viel Energie im Müsli steckt, steht nicht auf dem Etikett. „Für Pferdemischfutter gibt es keinen überprüfbaren Energiemaßstab“, sagt Hans-Peter Karp. Grobe Orientierung liefern die Rohfasern: Je mehr ein Müsli enthält, desto energieärmer ist es. Sinkt der Energiegehalt, sind im Verhältnis mehr Vitamine und Mineralien drin. Solche Mischungen sind für kleine Freizeitpferde-Portionen gedacht.

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Trotz gesetzlich vorgeschriebener Deklaration weiß ein Reiter, der kein Fütterungsexperte ist, nicht immer ganz genau, was er seinem Vierbeiner eigentlich in den Trog schüttet. Selbst Profis können bei langen Inhaltslisten den Überblick verlieren. Constanze Röhm bevorzugt deshalb Müslis mit wenigen unterschiedlichen Bestandteilen.

Füttern & lagern: In Müslis sind die Getreidekörner meistens thermisch oder mechanisch aufgeschlossen, so dass Pferde die enthaltene Stärke möglichst gut verwerten können. Außerdem sorgt die Verarbeitung für eine hohe hygienische Qualität – zumindest, solange das Müsli frisch ist. „Viele Müslibestandteile sind für Mikroorganismen leichter anzugreifen“, sagt Hans-Peter Karp. Müslis verderben deshalb oft schneller als ganzes Getreide. Zur Lagerung eignen sich Säcke. Wird Müsli in großen Mengen verfüttert und im Silo gelagert, entmischen sich die Bestandteile leicht.

Dinkel: Das Mode-Korn

Der Dinkeltrend in der menschlichen Ernährung spült die Urweizenart auch in deutsche Pferdekrippen – vor allem als Müsli-Zutat.

Nährwerte: Der Nutzen von Dinkel im Pferdefutter ist umstritten. Breite wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verdaulichkeit bei Pferden gibt es bisher nicht. Constanze Röhm hält wenig vom Mode-Korn: „Alle mit Dinkel gefütterten Pferde, die ich bisher gesehen habe, hatten dicke Bäuche, waren dabei aber rippig und schlapp.“

Füttern & lagern: Um sicherzustellen, dass Pferde Dinkelstärke gut verdauen, sollte das Korn vor dem Füttern geschrotet oder wärmebehandelt werden. Durch seine Spelzen neigt Dinkel zu Keimbefall.


07.08.2012
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 05/2012