Pferd zieht Haus dem Offenstall vor

Hauspferd: Araber-Wallach Nasar

CAVALLO Hauspferd Nasar
Foto: Patrick Lux
Pferd liebt Haus: Stephanie Arndt holte ihren Araber-Wallach Nasar wegen eines Orkans ins Haus. Seitdem zieht es den Araber ständig aus seinem Offenstall in die gute Stube.

 

CAVALLO Hauspferd Nasar
Foto: Patrick Lux Araber-Wallach Nasar interssiert sich nicht nur für Hafer, sondern auch für Toast...

Bei Dr. Stephanie Arndt steht das Pferd nicht nur auf dem Flur. Ihr Araber parkt seinen Hintern im Wohnzimmer vor ihrem Fernseher, schaut ihr bei der Arbeit am Computer über die Schulter oder lungert in der Küche vor dem Toaster herum. Seit einem Jahr teilt die Ärztin ihr Haus nun mit Araber-Wallach Nasar. „Manchmal ist das schon etwas anstrengend“, sagt sie. Schuld an Nasars Hauspferdedasein ist Christian.

Als der Orkan voriges Jahr über Norddeutschland hinweg tobte, lag auch Stephanie Arndts Haus in Holt bei Flensburg in seiner Schneise. Das Land ist hier so flach wie der Untersetzer einer Friesentasse. Nichts bremst den Wind – außer den Bäumen um Stephanie Arndts Haus. Christian legte nicht nur eine ganze Baumreihe entlang der Straße um, sondern entwurzelte auch eine Eiche neben Nasars Offenstall. 300 Jahre lang hatte sie allen Stürmen getrotzt.

„Da hatte ich wirklich Angst um Nasar“, erzählt Stephanie Arndt. Als sich kurz darauf der Jahrhundertsturm Xaver ankündigte, funktionierte sie kurzerhand den Eingang ihres 1786 gebauten Bauernhauses zur Pferdebox um, streute ihn dick mit Stroh ein und brachte ihr Pferd hinter festen Mauern in Sicherheit. Drei Tage wütete Xaver. Anschließend musste Stephanie Arndt Nasar mit viel
Zureden überzeugen, wieder ins Freie zurückzukehren.

„Dass er so ein häuslicher Typ ist, konnte ich ja nicht ahnen“, sagt sie. Dass ihr Pferd zum Star werden sollte, weil sie während des Sturms ein Foto von ihm in seinem Schutzraum ins Internet stellte, war allerdings noch weniger absehbar. Das Regionalfernsehen ist seitdem praktisch Dauergast in Holt. Während der Fußball-WM sagte Nasar für eine Zeitung die Ergebnisse der deutschen Nationalmannschaft voraus – und vertat sich nur zweimal.

Sogar der französische TV-Sender TF3 war schon da. Und seit ihr Buch über das Leben mit Nasar erschien, muss Stephanie Arndt für ihr Pferd sogar Autogramme geben.


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15.03.2015
Autor: Redaktion CAVALLO / John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 01 / 2015 /2015