Ratgeber Pferdehaltung: Frostschutz für Selbsttränken

Aluband wärmt Plastikrohr

Pferdetränken vor Frost schützen: Im Winter frieren Tränken und Wasserleitungen schnell ein. CAVALLO verrät, wie das Wasser für die Pferde trotz Minusgraden sprudelt.

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CAVALLO Pferdetränken Selbsttränken
Foto: Hans Kuczka Wenn die Tränke erst mal eingefroren ist, hilft nur, auf Tauwetter zu warten.

Im Winter frieren Tränken und Leitungen schnell ein. CAVALLO verrät, wie das Wasser für die Pferde trotz Minusgraden sprudelt. Einfache Heizkabel mit 230 Volt Spannung lassen sich problemlos an die Haussteckdose anschließen. Ein 10-Meter-Kabel mit integriertem Thermostat kostet etwa 55 Euro. „Wegen seiner Abstrahlungswärme darf sich das Kabel an keiner Stelle berühren oder überkreuzen. Sonst könnte es durchschmoren“, sagt Dirk Ringsdorf vom Stall- und Weideausrüster Lister aus Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen. „Der Abstand zwischen den ums Rohr gewickelten Kabelschlaufen sollte mindestens fünf Zentimeter betragen.“

Deutlich sicherer sind Heizkabel mit 24 Volt Spannung. Sie kosten etwa doppelt so viel wie 230-Volt-Kabel und benötigen einen Trafo (um 70 Euro) sowie einen Thermostaten (ab 70 Euro). Noch sicherer sind 24-Volt-Heizbänder. Sie bestehen aus zwei Leitern, zwischen denen Kohlefasern liegen. „Bei Kälte ziehen sie sich zusammen, mehr Strom zum Heizen fließt durch die Leiter. Bei Wärme dehnen sich die Fasern aus, und es fließt weniger Strom“, erklärt Alexander Grundler vom Agrarausrüster Averde aus Landsberg/Bayern. Heizbänder können daher über Kreuz gelegt werden. „Zudem leiten sie an jeder Stelle immer nur so viel Strom durch, wie zum Erwärmen nötig ist. Heizkabel hingegen haben eine konstante Leistung“, sagt Grundler. Heizbänder kosten etwa 10 Euro pro Meter. Hinzu kommen Thermostat, Trafo sowie ein wasserdichtes Anschlussstück für 40 Euro.

Egal ob Heizkabel oder -band: Damit sich die Wärme gleichmäßig verteilt, müssen die Plastikrohre vorher mit Aluklebeband umwickelt werden „Außerdem sollten sich die Rohre für warmes Wasser eignen“, meint Dirk Ringsdorf von Lister. Heizkabel und -bänder müssen zusätzlich isoliert und mit einem Bissschutz versehen werden. Auch um eine elektrisch beheizbare Tränke kommt man nicht herum: „Sonst friert Ihnen das Anschlussstück ein“, sagt Ringsdorf. Solche Tränken mit eingebautem Temperaturfühler kosten ab 100 Euro. Für Modelle mit 24-Volt-Spannung ist zusätzlich noch ein Trafo erforderlich.

Das gilt auch für 24-Volt-Heizstäbe (zirka 130 Euro) zum Nachrüsten unbeheizter Tränken. Sie werden in die Wasserleitung oder das Tränkebecken geschoben und halten das Rohr bis zu 2,20 Meter eisfrei. Die 230-Volt-Modelle für die Steckdose sind etwas teurer (zirka 145 Euro), leisten dasselbe und kommen ohne Trafo aus.

Eingraben hilft gegen Kälte

„Für Stallneubauten empfehle ich immer Umlaufsysteme“, sagt Elmar Brügger: „Sie kosten zwischen 750 und 1.300 Euro, ersparen mir aber viel Arbeit und benötigen sehr wenig Wartung.“ Umlaufsysteme bestehen aus einem geschlossenen Wasserkreislauf, an den einzelne Selbsttränken angeschlossen sind. Ein Heizelement erwärmt das Wasser, ein Thermostat regelt die Temperatur. Dass eine Pumpe das Wasser permanent im System zirkulieren lässt, erschwert das Einfrieren der Leitungen zusätzlich.

Ein Sonderfall sind Außentränken. In Stallnähe kann es sich noch rechnen, sie über eine Wasserleitung zu versorgen. Die muss jedoch frostsicher vergraben und isoliert sein. „In der Regel reicht es, die Leitung 80 Zentimeter tief in den Boden zu legen“, sagt Brügger. In kälteren Breiten emp ehlt er eine Tiefe von 1,20 Meter. „Die Zuleitung vom Boden zum Tränkebecken muss außerdem mit einem etwa 30 Zentimeter breiten Betonring gedämmt werden.“

Ähnlich funktionieren Thermotränken. Hier sorgt eine Thermosäule (ab 80 Euro), die auf einem Betonring montiert wird, für die Isolierung. Thermotränken lassen sich mit frostsicheren Balltränken (ab 470 Euro) kombinieren. Dieses System widersteht ohne zusätzliche Heizung bis etwa -5Grad dem Eis. Thermosäulen mit elektrisch beheizbarer Tränke (um 200 Euro) plus Trafo und Thermostat heizen bis -30 Grad.

Für Weiden, die über einen Brunnen oder Bach versorgt werden, gibt es kältesichere Membrantränken (ab 600 Euro): Die Pferde betätigen hier beim Trinken eine Membranpumpe, die das Wasser ansaugt. Sie sind bis -5 Grad betriebsbereit. Petroleum- oder Gasbrenner (35 bis 100 Euro) sollen die Tränken sogar bei arktischen -30 Grad offen halten.


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03.07.2013
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 01/2010