Spielzeug für Pferde: Worauf müssen Reiter beim Kauf achten?

Spielzeug kann die Herde nicht ersetzen

Punchingbälle, Zweige, Knabberkugeln: Welches Spielzeug für Pferde darf in Boxen oder Paddocks? Womit spielen Pferde gern - und warum kann Spielzeug sogar tierischen Frust auslösen? CAVALLO hat Profi-Tipps für Sie gesammelt.

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CAVALLO Spielzeug für Pferde
Foto: Lisa Rädlein Um Spielzeug kann Streit und damit auch Frust zwischen Pferden entstehen.

Spielsachen für Pferde können die Artgenossen nicht ersetzen oder gar eine reizarme Umgebung aufwerten. In dieser mutiert der Spielkram vielmehr zum Ventil, um Frust und Stress abzubauen. In Kombination mit schlechter Haltung kann das Spielzeug sogar Stereotypien wie Koppen oder Weben auslösen. Wie man Motivation zum Spiel und Verhaltensstörung auseinanderhält.

Interessant sind Spielsachen für Pferde am ehesten, wenn sie neu sind. Damit sie das bleiben, sollten Sie neues Spielzeug immer nur kurzzeitig anbieten und dann wieder aus der Sicht entfernen. Gefällt das Spielzeug, strahlen Pferde Freude aus und zeigen ein typisches Spielgesicht mit vorgeschobener Rüsselnase und leuchtenden Augen. Freude bereitet Spielzeug vor allem mit geeigneten Spielpartnern.

Doch: „Nicht jedes Pferd teilt gerne“, ist die Erfahrung von Johanna Budke aus Lengerich/Nordrhein-Westfalen von „AS-Das Pferd im Blick“. Bei ihr kaufen Pferdebesitzer bestimmte Spielsachen wie Bälle oft nach, weil sich ihre Rösser heftig kabbeln, wenn der Spielkram nur einmal vorhanden ist. Verhaltensexpertin Margit Zeitler-Feicht dazu: „Hat ein Pferd Spielzeug und ein anderes nicht, fördert das Frust und kann Konflikte entfachen.“ Nicht nur in der Herde: Darf ein Pferd in Box oder Paddock mit etwas spielen und der Nachbar nicht, ist auch das frustrierend. Genauso, wenn das Spielzeug unter der Abgrenzung zum Nachbarn hinüberrutscht.

An manchen Spielzeugen entwickeln Pferde erst übers Training mit Futter richtig Freude. Marlitt Wendt: „Futterspiele verbinden die nötige Nahrungsaufnahme mit Beschäftigung. Erst wenn ein Spiel entweder intuitiv angenommen wird oder mit der Zeit einen Sinn entwickelt, wird es selbstbelohnend. Dann ist Futter als Antrieb unnötig.“

Die natürlichsten Spielzeuge für Pferde sind Heu und Stroh. Tipp von Margit Zeitler-Feicht: „Ergänzen Sie Raufutter mit frischen Weide- oder Fichtenzweigen. Letztere sind dank weicher Nadeln maulfreundlich.“

Pferdespielzeug darf keine scharfen Ecken oder Kanten haben. Ö‹ffnungen sollten maximal 5 Zentimeter groß sein – oder aber größer als 30 bis 35 Zentimeter, so dass weder Huf noch Kopf steckenbleiben. Darüber hinaus muss der Spielkram gesundheitlich unbedenklich sein, darf etwa keine Weichmacher enthalten. Erkundigen Sie sich im Handel nach lebensmittelechten Spielsachen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht tabu sind süße Leck- und Knabberspielzeuge. Damit nehmen Pferde zu viel Zucker auf. Was immer Sie Ihrem Pferd anbieten: Achten Sie darauf, dass das Spielzeug artgerecht und gesund ist.

Fotostrecke: Fotostrecke: Elektro-Schubkarre im Test

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Elektrokarre Schubkarre Misten Foto: Lisa Rädlein
Elektrokarre Schubkarre Misten Foto: Lisa Rädlein
Elektrokarre Schubkarre Misten Foto: Lisa Rädlein

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12.03.2013
Autor: Regina Kühr
© CAVALLO