Ställe bauen: Das müssen Pferdebesitzer beachten

Umbau eines Stalls - Nur mit Baugenehmigung

Wo dürfen Pferdebesitzer einen neuen Stall bauen? CAVALLO erklärt, welche Gesetze Reiter beim Stall- und Weidebau beachten müssen. Plus Profi-Tipps zum Baurecht.

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Wer den Hof eines Bauern kauft, selbst aber keine Landwirtschaft betreibt, darf zwar vorhandene Ställe für seine Pferde nutzen, doch größere Um- oder Ausbauten sind tabu. „Sobald zum Beispiel die Statik des Gebäudes verändert wird, etwa Wände eingerissen werden, ist dies genehmigungspflichtig. Und diese Genehmigung bekommt der Nicht-Landwirt nicht“, so Strasen.

Pferdebesitzer müssen also damit klarkommen, was der Hof bereits bietet. Ist kein Paddock vorhanden, dürfen Sie diesen nicht neu anlegen. Denn das ist ebenfalls ein genehmigungspflichtiger Bau selbst wenn Sie nur einen Zaun ziehen und etwas Sand aufkippen. Und lassen Sie die Finger von Schwarzbauten. Glauben Sie nicht, dass schon niemand Veränderungen an dem einsam gelegenen Hof bemerken werde. „Die Behörden nutzen heute moderne Mittel wie Luftaufnahmen im Internet, um festzustellen, ob sich in der Landschaft etwas verändert hat“, weiß Rechtsanwalt Strasen. Bußgelder in vierstelliger Höhe können die Folge sein; den Abbruch zahlt der Schwarzbauer obendrein.

Im Wohngebiet haben Pferde nichts zu suchen

Bessere Chancen haben Reiter im sogenannten Innenbereich. „In dör flich geprägten Gebieten haben Sie die größte Aussicht, eine Baugenehmigung für Ihren Stall zu bekommen“, sagt Rechtsanwalt Strasen. Entscheidend ist die Bebauung in der Umgebung: Gibt es zum Beispiel noch kleinere Höfe in der Nachbarschaft oder einen Schafstall? Nur wo das Wohnen im Zentrum steht (reine und allgemeine Wohngebiete), haben Pferde grundsätzlich nichts zu suchen.

Vorsicht ist im Innenbereich bei der Nutzung vorhandener Gebäude geboten: Im ehemaligen Kaninchenstall dürfen nicht einfach Ponys einziehen, und die Zweitgarage ist keine Pferdebox. „Dies wäre eine Umnutzung des Gebäudes, welche genehmigungspflichtig ist“, erklärt Carsten Strasen. Die Nachbarn dürfen natürlich auch nicht gestört werden, zum Beispiel durch den Misthaufen an der Grundstücksgrenze.

Bevor Sie also den Vertrag im Pensionsstall kündigen und ins neue Pferdedomizil investieren, gehen Sie aufs Amt. „Im Rathaus Ihrer Gemeinde sagt man Ihnen, wer für baurechtliche Fragen zuständig ist“, rät Strasen. Beantragen Sie dort aber noch keine Baugenehmigung, sondern stellen Sie eine sogenannte Bauvoranfrage, in der Sie Ihr Vorhaben möglichst konkret schildern. „Die Bauvoranfrage hat den Vorteil, dass Sie für das geplante Gebäude zum Beispiel noch keine Statik eines Architekten vorlegen müssen“, sagt Strasen.

Bei der Bauvoranfrage prüft die Bauaufsichtsbehörde, ob Ihr Stall grundsätzlich genehmigungsfähig wäre. So können Sie ohne hohe Kosten klären lassen, ob sich der Aufwand eines Bauantrags lohnt. „Ist ein Pferdestall auf dem Grundstück grundsätzlich zulässig, erhalten Sie einen Bauvorbescheid, der in der Regel drei Jahre gültig ist“, so Strasen. Nun können Sie sich überlegen, ob Sie den Stall tatsächlich bauen wollen und dafür eine Baugenehmigung beantragen. „Im Zweifel wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt, der sich mit Baurecht auskennt“, rät Strasen. Wer blauäugig ans Bauen geht, verliert schnell tausende von Euro.

Auche Weidezäune sind genehmigungspflichtig

Weidezäune sind genehmigungspflichtige Bauwerke. Das heißt: Sie dürfen nicht einfach auf einer Wiese Pfosten in den Boden rammen und Latten annageln oder Elektroband spannen. Vorhandene Zäune im Außenbereich dürfen Nicht-Landwirte nur reparieren, nicht erneuern.

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25.08.2012
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 08/2011