Stallbau: Das müssen Pferdebesitzer beachten

Neubau eines Stalls - Nur mit Baugenehmigung

CAVALLO Offenstall
Foto: Rädlein
Wo dürfen Pferdebesitzer einen neuen Stall bauen? CAVALLO erklärt, welche Gesetze Reiter beim Stall- und Weidebau beachten müssen. Plus Profi-Tipps zum Baurecht.

 

CAVALLO Recht
Foto: Rädlein Beim Stallbau müssen sich Pferdebesitzer an das Baurecht halten.

Der Traum von den Pferden hinterm Haus kostete einen Reiter mehrere tausend Euro – und die Tiere das Dach überm Kopf. Die Behörde ordnete den Abriss des Stalls an, den der Mann auf seinem Grundstück in wochenlanger Arbeit selbst gezimmert hatte. Das Gebäude stand auf einer Wiese im Grünen und hätte dort nie errichtet werden dürfen. Ohne Baugenehmigung machte die Verwaltung kurzen Prozess. Der Schwarzbau musste weg.

Dieser Fall ist keine Ausnahme. Im Gegenteil: Es ist nicht leicht, einen Pferdestall zu errichten, der nicht gegen baurechtliche Vorschriften verstößt. Doch wie bauen Reiter auf der sicheren Seite? Zwei Punkte sind entscheidend: Was wollen Sie konkret bauen, und wo wollen Sie es errichten?

Starten Sie einen kleinen Ausflug ins spannende Baurecht, um die kniffligen juristischen Hürden zu überwinden. Seien Sie aber gewarnt: Sie werden vermutlich ernüchtert sein, was Ihre Träume vom geräumigen Stall mit Auslauf und weitläufigen Koppeln in freier Natur betrifft. Die rechtliche Realität sieht anders aus.

Auch Weidehütten müssen genehmigt werden

Das Wichtigste vorweg: Gehen Sie stets davon aus, dass Sie für Ihren Stall eine Baugenehmigung brauchen. Genehmigungsfrei sind in aller Regel maximal kleine Verschläge, in denen kein Pony leben kann. Und dass zum Beispiel fahrbare Weidehütten überall aufgestellt werden dürfen, ist ein Gerücht.

Die entscheidende Gabelung auf dem Weg zum eigenen Stall betrifft den Ort des Geschehens: „Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Innen- und Außenbereich“, sagt Rechtsanwalt Carsten Strasen, Experte für Baurecht von der Anwaltskanzlei Streifler & Kollegen aus Berlin. Wo Sie sich befinden, ist nicht offensichtlich. Ein Grundstück im Innenbereich, auf dem ein Wohnhaus steht, kann direkt an den Außenbereich grenzen. Schauen Sie also in den Bebauungsplan der Gemeinde oder den Flächennutzungsplan. Liegt das Grundstück, auf dem Sie Ihren Pferdestall bauen wollen, im Außenbereich, haben Sie als privater Pferdebesitzer kaum eine Chance. Denn die Landschaft soll nicht zersiedelt werden, sonst sähen Felder und Wiesen bald aus wie Schrebergartensiedlungen. Es gibt daher nur wenige Ausnahmen fürs Bauen im Grünen.

Das Gesetz spricht schon von „privilegierten“ Vorhaben, zu denen die Landwirtschaft zählt. Die Haltung von Reitpferden ist allerdings keine landwirtschaftliche Tätigkeit. Die Zucht von Pferden kann dagegen privilegiert sein. „Nötig ist jedoch eine ausreichende Betriebsfläche als Futtergrundlage“, sagt Strasen. Gerichte setzen zwischen 0,25 und 0,5 Hektar pro Pferd an, das sind 2500 bis 5000 Quadratmeter – wobei die Richter von mindestens 20 Zuchtpferden ausgehen. Die Pferdezucht muss zudem auf wirtschaftlichen Erfolg angelegt sein, was zum Beispiel Hobbyzüchter mit zwei Mutterstuten aus der Landwirtschaft kegelt. „Wer Pferde aus Liebhaberei hält, ist nicht privilegiert – und bekommt daher im Außenbereich keine Baugenehmigung“, stellt Strasen klar.

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Elektrokarre Schubkarre Misten Foto: Lisa Rädlein
Elektrokarre Schubkarre Misten Foto: Lisa Rädlein
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Inhaltsverzeichnis

14.09.2012
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 08/2011