Winterweide: So stehen Pferde sicher auf der Winter-Koppel

Auf runden Seilen rutscht der Schnee ab

Ausbrecher stoppen: Pferde genießen das Toben auf verschneiten Koppeln – und büxen bei Minusgraden besonders oft aus. Ist Ihre Koppel wirklich wintersicher?

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CAVALLO Pferde im Schnee Winter Foto: Wolpert_privat
CAVALLO Winter Schnee Winterfotos Foto: Goedecke_privat
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Schnee und Eis haften besonders gut auf breitem Elektroband und beschweren es. Schon bald hängt das Band durch bis zum Boden. Damit weiterhin Strom fließt, müssen Sie den Schnee entfernen und durchhängende Bänder nachspannen. Bei runden Elektroseilen ist dieses Problem weniger gravierend: Hier rutscht der Schnee leichter ab. Dafür hat das Seil einen anderen, erheblichen Nachteil: Es ist für Pferde schlechter zu erkennen. Ebenfalls undeutlich zu sehen sind weiße Elektrobänder, sobald eine geschlossene Schneedecke liegt.

Schnee ist nicht nur auf Elektroband problematisch, sondern auch auf Isolatoren. Er bildet eine Brücke zwischen Litze, Isolator und Pfosten, so dass der Strom in die Erde geleitet wird, statt im Zaun zu fließen. Befreien Sie deswegen unbedingt auch die Isolatoren von Schnee. Besonders wichtig ist, dass die Stromspannung stimmt. Tatsächlich liegen viele Weidezäune nur bei 2.000 Volt. Das reicht jedoch nicht.

Damit Pferde im Winter nicht ausbrechen, brauchen Sie ein Weidezaungerät, das eine Leistung von mindestens 3.000 Volt am Zaunende sicherstellt. Diese Spannung hält bei Koppeln in Waldnähe sogar stromunempfindliche Wildschweine fern, wenn Sie etwa 30 Zentimeter über dem Boden eine zusätzliche Litze spannen. Achtung: Fällt viel Schnee, müssen Sie diese Litze vom Stromkreislauf trennen, bevor sie einschneit.

Achten Sie auch darauf, dass das Weidezaungerät richtig geerdet ist. Nur wenn der Spannungskreis durch die Erdung geschlossen ist, fließt der Strom rundherum. Dafür sorgen Erdungsstäbe, die per Kabel mit dem Weidezaungerät verbunden sind und mindestens einen Meter tief im Boden stecken. Verwenden Sie im Winter mehrere solcher Stäbe. Bei starkem Frost leiten die Metallstäbe den Strom nicht optimal in den Boden weiter, weil der nicht feucht genug ist – ebenso wie bei Trockenperioden im Sommer. Gießen Sie bei Minusgraden täglich heißes Wasser neben den Stäben in die Erde. Und prüfen Sie mindestens einmal täglich, ob die Spannung stimmt und der Zaun noch intakt ist.

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Weidezaun-Prüfgeräte AKO wireless Foto: Lisa Rädlein
Weidezaun-Prüfgeräte Lister DV 87 Foto: Lisa Rädlein
Weidezaun-Prüfgeräte AKO Tester AKO Foto: Lisa Rädlein

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20.12.2012
Autor: Claudia Kräft
© CAVALLO
Ausgabe 11/2011