Aufgedeckt: Sechs Mythen über Winterfutter

Wurzeln statt Gras - Rote Bete und Rüben

„Sicher kann man den Pferden den Winter versüßen, wenn man außer Heu und Hafer mal Karotten oder Äpfel füttert“, sagt Züchter Reiner Seemann. Dass dieses Saftfutter – meist gibt man davon nur kleine Mengen – den Vitaminbedarf des Pferds ähnlich wie Weidegras deckt, ist aber utopisch.

 

CAVALLO Winterfutter
Foto: fotolia Rote Bete ist gesund – aber auch nitrathaltig. Das Wurzelwerk kann wohldosiert an Pferde verfüttert werden.

Um den Tagesbedarf an Vitamin-A zu decken, müsste man einem Pferd fünf bis zehn Kilo Karotten täglich füttern. „Und das wäre absolut schädlich“, sagt Dorothe Meyer. „Wurzelgemüse wie Karotten oder Rote Bete ist stark nitrat- und nitrithaltig, da sollte man nicht mehr als zwei Kilo pro Tag zufüttern.“

Diese Dosis bewirkt erwiesenermaßen Gutes: Haut, Schleimhäute und Immunsystem profitieren von der Vitamin-A-Zufuhr ebenso wie von den enthaltenen Spurenelementen, etwa Zink, Eisen oder Phosphor.

Auch Äpfel und Birnen können als Leckerbissen gereicht werden. Die Apfelschale liefert wichtige Ballaststoffe wie das Kohlenhydrat Pektin. Im Darm des Pferds wirkt es gegen Durchfall und Kotwasser. Aber Vorsicht: Birnen
sollten auf keinen Fall in größeren Mengen verfüttert werden: Denn sie gären im Magen und Darm gerne nach. Deshalb können sie eine Kolik verursachen.

Auf den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt des Pferds haben kleine Mengen an Obst und Gemüse also keine durchschlagende Wirkung. Dennoch dienen sie als sinnvolle Futterergänzung im Winter. Das Füttern von gefrorenem Obst oder Gemüse sollte man in jedem Fall vermeiden – hier droht Kolikgefahr: Die Drüsen im Verdauungsapparat des Pferds arbeiten temperaturabhängig und vertragen solche Kälteschocks nicht.

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Autor: Diana Maier
© CAVALLO
Ausgabe 01/2009