Zusatzleistungen: Was darf der Service im Stall für mein Pferd kosten?

Was darf der Service ums Pferd kosten?

CAVALLO Pferdefutter
Foto: Rädlein
Pferde-Pflege kostet Zeit: Wer im Pensionsstall Sonderwünsche für sein Pferd hat, muss dafür entweder zahlen oder selbst anpacken. Hier ist die Rechnung, was zusätzliche Leistungen kosten und warum Sparfüchse ihren Pferden am Ende schaden.

 

Pferdepension
Foto: Lisa Rädlein Bewegen
Kosten: 15 Euro pro Spaziergang
Dauer: 45 Minuten

Eindecken, Gamaschen für die Koppel anlegen, Hufe auskratzen, beim Schmied aufhalten, mal kurz an die Longe hängen oder drei verschiedene Pülverchen übers Futter geben. Wer eine Extrawurst für sein Pferd haben möchte, hat nur zwei Möglichkeiten: entweder extra zahlen oder selber machen.

Wie muss der Stallbesitzer kalkulieren?

Ganz im Gegenteil: Er kann einfach nur richtig rechnen. Warum, zeigt ein Blick auf die Pensionspreiskalkulation eines durchschnittlichen Musterbetriebs, so wie wir ihn uns alle wünschen: tiergerechte Ställe, gepflegte Weiden, Halle und Reitplatz, gute
Beratung, Sauberkeit und nette Atmosphäre.

Kurzum: keine Klitsche und auch kein Schickimicki-Betrieb. So könnte sich der Preis zusammensetzen siehe auch Online-Pferdepensionsrechner der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft https://www.stmelf.bayern.de/idb/penspferd.html

Reithallenbenutzung: 25 Euro
Reitplatz: 10 Euro
Stallplatz: 50 Euro
Futter: 60 Euro
Einstreu: 20 Euro
Misten: 100 Euro
Füttern: 30 Euro
Anlagenpflege: 30 Euro
Weidegang organisieren: 50 Euro
Strom/Wasser: 10 Euro
Verbrauchsmaterial (z.B. Farbe): 15 Euro
Das macht zusammen 400 Euro pro Monat.

Warum so teuer? Weil Personalkosten mehr als die Hälfte des Pensionspreises ausmachen.

Wer monatlich so einen hohen Preis bezahlt, der darf selbstverständlich professionellen Service von gut ausgebildeten und fair entlohnten Mitarbeitern erwarten. Zudem reitet er in einer gepflegten Halle und auf einem pfützenfreien Reitplatz. Die Pferde fressen einwandfreies Futter und werden vom Personal auf gepflegte, hütesichere Weiden gebracht.

Außerdem herrscht ein vorbildliches Stallklima, der Betrieb hat saubere Toiletten, ein warmes Reiterstübchen und im Notfall professionelle Zusatzleistungen.
Diese müssen – so viel Fairness ist von jedem Pferdebesitzer zu erwarten – zusätzlich beim Stallbesitzer bezahlt werden: Tägliches Eindecken kostet 30 Euro im Monat, eine dreistündige Kolikbetreuung 60 Euro, Scheren 15 Euro, Hufe beim Schmied aufhalten 10 Euro, eine vierstündige Stutenschauvorstellung 80 Euro, Wurmkur geben 3,50 Euro, eine Pilzbehandlung (ohne Medikament) 20 Euro.

Und wenn wir mal knapp dran sind zur Reitstunde, dann macht uns die professionell arbeitende Pferdewirtin auch mal fix das Pferd fertig. Dafür bekommt ihr Chef 3,30 Euro. Warum ihr Chef? Weil alles andere Schwarzarbeit wäre.

Fotostrecke: Fotostrecke: Welches Kraftfutter brauchen Pferde?

5 Bilder
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Hafer Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Gerste Foto: Lisa Rädlein
CAVALLO Kraftfutter Hafer Mais Gerste Müsli - Mais Foto: Lisa Rädlein

05.04.2013
Autor: Dietbert Arnold
© CAVALLO