Standpunkt: Offenstall und Weide - Pferde müssen raus

Alternativen zur großen Weide

Eine Frage der Haltung: Pferde müssen raus - sie brauchen viel freien Auslauf. Das klingt gut, sagt sich leicht und ist gar nicht so einfach. Aber es ist möglich - man muss nur wollen, findet Stallbau-Experte Bernd Allié.

Eine gute Alternative zur Weide ist die Gruppenhaltung in Offenställen. Darin haben die Tiere freie Wahl zwischen Unterstand, Bewegungsplatz und Raufutterstelle. Dieses System kann durch einen Weidezugang erweitert werden und bietet den Pferden einen steten Wechsel zwischen Ruhe, Laufen, Fressen, Saufen und Körperpflege.

Soll das einzelne Pferd besser kontrolliert und leistungsangepasst gefüttert werden, eignet sich der Aktivstall. Hier ist jedes Tier der Gruppe mit einem Transponder ausgestattet. Durch Futterautomaten und Fütterungssysteme wird sichergestellt, dass Pferde definierte Mengen an Heu und Kraftfutter gleichmäßig über den Tag verteilt fressen.

Eine neue Möglichkeit, ihnen einen artgerechten Lebensraum zu bieten, ist das System „Paddock Paradise“. (vorgestellt im CAVALLO Basic „Weide und Stall“ 2012, www.cavallo.de/sonderhefte). Pferde werden hier durch eine durchdachte Anordnung von Wasser- und Futterstellen, Ruhezonen und Unterstellmöglichkeiten geleitet. Sie müssen Wege zwischen einzelnen Stationen zurücklegen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Das Ziel: Ruhe, Laufen, Fressen, Saufen und Körperpflege sind gleichmäßig über den Tag verteilt abgedeckt, wobei die Pferde frei sind in Reihenfolge und Zeitpunkt dieser Aktivitäten sowie der Wahl ihrer Kumpel. Sie legen durch die animierte Bewegung mehrere Kilometer pro Tag auf unterschiedlichen Bodenbelägen zurück, was nach den ersten Erfahrungen mit Paddock Paradise eine deutliche Verbesserung von Kondition, Gelassenheit und Hufgesundheit bewirkt.


24.07.2013
Autor: Bernd Allié
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013