Standpunkt: Offenstall und Weide - Pferde müssen raus

Systeme der Pferdehaltung

Eine Frage der Haltung: Pferde müssen raus - sie brauchen viel freien Auslauf. Das klingt gut, sagt sich leicht und ist gar nicht so einfach. Aber es ist möglich - man muss nur wollen, findet Stallbau-Experte Bernd Allié.

 

Reitschulen im Test
Foto: Miriam Kreutzer Frische Luft tut Pferden gut.

Solche Offenstall-Systeme haben für Reiter freilich einen Nachteil: Alltagsstress und Zeitmangel verlangen ein Reitpferd, welches fürs tägliche Training möglichst schnell und einfach zur Verfügung stehen soll. An dieser Stelle kollidieren die Bedürfnisse vieler Pferdehalter mit den Bedürfnissen ihrer Pferde. Muss das Pferd erst aus einer Gruppe oder von der Weide geholt werden, wird die Trainingszeit kürzer.

Ein Grund, weshalb die Innenbox mit Paddock nach wie vor so beliebt ist. Mehr Sozialkontakt, ständige Frischluftzufuhr und trotzdem eine schnelle Erreichbarkeit des Pferds bieten Kaltstallsysteme mit Einzelboxen. Durch einfache Abtrennungen sind Blick- und Berührungskontakt gewährleistet, das Heu wird artgerecht und bodennah durch Fressgitter gefressen, und die Gefahr der Zugluft wird durch Windschutzsysteme minimiert.

Eine gute Alternative zu Offenstall und Paddockbox, sofern die Aktivität „Laufen“ durch täglichen, mehrstündigen Weidegang ermöglicht wird. Es liegt an den Pferdehaltern und Stallbesitzern, die Bedürfnisse ihrer Tiere klar in den Vordergrund zu stellen und die Haltung zu optimieren. Denn bevor Pferde raus kommen können, müssen erst einmal die Menschen raus aus ihren alten Denkmustern kommen.


24.07.2013
Autor: Bernd Allié
© CAVALLO
Ausgabe Mai 2013/2013