Standpunkt: Sinnlose Produkte für Pferd und Reiter

Sattelseife für Schaum im Maul

Ausrüstung im Reitsport: Gut, dass sich heute so viele Leute den Kopf zerbrechen, was Pferd und Reiter helfen könnte. Hilft uns das wirklich? Ganz sicher? CAVALLO findet: Weniger ist oft mehr.

Sollte jetzt noch etwas zwicken und knirschen am Pferdemaul, startet Stufe zwei. Früher sah man junge Damen in der Box verstohlen mit Sattelseife hantieren, die dem Pferd auf sein natürliches und sein künstliches Gebiss geschmiert wurde.

Das sollte gegen Zähneknirschen helfen, denn Knirschen klingt in den Ohren von Mitreitern, Reitlehrern und Richtern so entlarvend, als sende das Pferd einen Stoßseufzer: NIMM MIR DEN DA OBEN AUS DEM KREUZ! Heute lassen sich equine Stoßseufzer und die Ursachen dahinter viel schicker kaschieren als mit Sattelseife. Etwa mit Kautabletten oder speziellen Schutzdressings für gestresste Mundwinkel: Das eine gibt man Pferden zu fressen, das andere schmiert man ums Maul.

Schädlich ist das nicht, und jeder Reiter kennt die typischen Sensibelchen mit schwach pigmentiertem Maul. Aber sind zartrosa Schnuten das eigentliche Problem? Oder eher zuppelnde Reiterhände?


24.07.2013
Autor: Christine Felsinger
© CAVALLO
Ausgabe April 2013/2013