Wie geht Rennpass?

Rennpass schnell erklärt

Foto: Lisa Rädlein So geht guter Rennpass
Die Pferdebeine fliegen bei diesem fünften Gang nur so über den Boden: Wir zeigen, woran Sie einen korrekten Rennpass erkennen.

Der Rennpass ist quasi der fünfte Gang von Gangpferden – neben Schritt, Trab und Galopp sowie dem „vierten Gang“ Tölt. Den Pass beherrschen Rassen wie Islandpferde, Paso Peruanos oder manche Traber.

Speedpass

Ein hohes Tempo schaffen aber nur talentierte Tiere – dann sind sogar über 50 Kilometer pro Stunde möglich. Der aktuelle Weltrekord bei den Islandpferden im Speedpass über 250 Meter liegt bei 21,59 Sekunden.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der für diese Gangart nötigen Balance ist Rennpass eher eine Sprint-Gangart. Für lange Strecken ist der Turbo-Gang zu anstrengend. „In Prüfungen für Islandpferde wird der Pass zudem nur auf geraden, ebenen Strecken verlangt“, erklärt Ausbilderin Rebecca Heinrich. Für die Kurven auf der Ovalbahn ist das Tempo sonst zu hoch.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Rennpass - Fußfolge

Beim Rennpass bewegt sich das jeweils gleichseitige Beinpaar nach vorne

Fußfolge

Beim Rennpass bewegt sich das jeweils gleichseitige Beinpaar nach vorne. Auf dem Bild ist gut zu erkennen, dass linkes Vorder- und linkes Hinterbein gleichzeitig weit nach vorne greifen.

„Für Rennpass in moderatem Tempo setzen die gleichseitigen Beine parallel auf“, sagt Rebecca Heinrich. Das ist aber nicht mehr möglich, wenn die Pferde sehr schnell werden sollen. Damit die Tiere das schaffen, ist die Fußfolge minimal versetzt: „Das Pferd fußt hinten einen Sekundenbruchteil früher auf als vorn.“ Das verbessert die Balance und macht das Pferd so schneller. Auf dem Bild zu erkennen: Das rechte Hinterbein hat vor dem rechten Vorderbein abgefußt – es ist etwas höher in der Luft – und wird auch minimal früher aufsetzen.

Damit sich das Pferd nicht bei diagonalen Tritten (etwa vom linken Hinter- aufs rechte Vorderbein) verletzt, tragen Passgänger einen Ballenschutz und Passgamaschen.

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Rennpass - Reitersitz

Der Reiter muss so sitzen, dass sich das Pferd ausbalancieren kann.

Reitersitz beim Rennpass

Der Reiter muss so sitzen, dass das Pferd gut die Balance halten kann und die Rückenmuskeln frei arbeiten können. Je nach Pferd, dessen Pass-Vermögen und Ausbildung sitzt der Reiter daher belastend oder leicht entlastend. Auf dem Foto links sieht man, wie Rebecca Heinrich leicht entlastet und dafür den Oberkörper minimal nach vorne nimmt. Die Schenkel liegen am Pferd, die Knie sind geschlossen. Für die schnelle Vorwärtsbewegung schiebt der Reiter die Hände vor; die Zügel werden etwas breiter geführt.

Der Übergang von einer Gangart – meist Galopp – in den Rennpass wird „Legen“ genannt. Dafür gibt der Reiter mit äußerem Bein und Zügel verwahrende Hilfen. Der treibende innere Schenkel und Hilfen am inneren Zügel bringen das Pferd in den Pass.

29.09.2017
Autor: Barbara Böke
© CAVALLO
Ausgabe 09/2017