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Satteldecken im Test
Decken nach klassischer Bauart
Traditionelle Materialien, die funktioneren: „Filz absorbiert Druck sehr gut und wirft keine Falten“, weiß Bernd Möller. Er ist Bereichsleiter für Reitsport bei Lanz-Anliker, einem Satteldeckenhersteller aus Rohrbach in der Schweiz.
Das Unternehmen bietet auch heute noch eine Decke nach klassischer Bauart mit Filzfüllung an. Allerdings muss sie nach dem Reiten gut gelüftet werden, damit der Filz trocknet. Zudem ist er feucht recht schwer.
Doch längst nicht immer ist Atmungsfähigkeit die zentrale Eigenschaft einer Satteldecke. Vielmehr soll sie immer öfter auch unpassende Sättel passend machen durch viskoelastische Schaumstoffe, selbstaufblasende Luftpads, einlegbare Polster oder Moosgummiauflagen. Weil die Satteldecken heute so viel können, nutzen Reiter deren Eigenschaften aus und kaschieren mit ihnen gravierende Mängel. Aber ein Sattel muss passen, auch ohne Decke.
Bei Lanz-Anliker ist das neueste Modell „Davos“ zu 70 Prozent aus Luft. Bernd Möller erklärt den Aufbau: „Diese Satteldecke besteht aus einem zweilagigen Distanzgewebe. Dabei liegen die Kunststoffhärchen der beiden Lagen aufeinander. Dazwischen zirkuliert Luft.“ So fließt die Nässe einfach durch die Satteldecke hindurch. Die Funktion kann man sogar fühlen: Ein leichter Druck mit dem Finger auf die Schabracke – und die Luft entweicht spürbar.
„Durch den ständigen Luftaustausch bleibt das Pferd auch unterm Sattel trocken, weil die Feuchtigkeit ausweichen kann.“ Vor allem für Distanzreiter ist das praktisch. Möller: „Da sich die Feuchtigkeit nicht sammelt, ist die Decke auch leichter.“ Die Wahl der Unterlage sollte seiner Meinung nach davon abhängen, was Reiter und Pferd vorhaben: „Bei Ausritten schwitzt das Pferd anders als im Sport. Für eine schweißtreibende Springstunde brauchen Sie eine Decke, die in kurzer Zeit viel Feuchtigkeit aufnehmen kann.“
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