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CAVALLO Fairness Award 2010 für die WAHSO
Frei von Spektakel und Manipulation
Dass alle Richter bei der WAHSO-Premiere auf Reitpferdepoints achten, gefällt Astrid Schmid. Auch wenn sie auf die Auswahl der Jury keinen Einfluss nehmen kann und will, denn die wird vom Veranstalter eingeladen.
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Dr. Andreas Gygax richtet sonst in der Anglo-Araber-Szene, Gaby Oppermann ist im Westernsport zuhause. Und Dr. Walter Huber, der Dritte im Bund, sagt: „Wir wollen nicht, dass diese schönen Pferde zu Püppchen werden, sondern dass man sie mit Genuss reiten kann. Danke für den Mut, dem Show-Unwesen etwas entgegenzusetzen.“ Dass dort einiges im Argen liegt, berichtete CAVALLO mehrfach – etwa im Titelthema der Juli-Ausgabe 2007, das Brutalität gegen Pferde kritisierte.
Damit Show-Araber den Schweif spektakulär tragen, steckte man ihnen früher scharfen Ingwer in den After – im Doping-Deutsch „Gingern“ genannt. „Seit man Ingwer nachweisen kann, nimmt man synthetische Substanzen“, verriet damals der Tierarzt und ECAHO-Richter Dr. Thomas Stohler, der schon bei einigen Arabern Wunden am Kopf und Striemen am Körper fand, weil sie durch Reißen an dünnen Halftern und Kinnketten und durch Peitschenhiebe aufgeputscht werden.
Auf Spektakel, bei denen Optik, Styling und Manipulation walten, hatte Astrid Schmid keine Lust mehr. Sie verpachtete ihre Pferde und steckte Energie in ihr Projekt, bei dem normale Araberzüchter und -reiter ihre Stuten, Hengste oder auch Wallache ganz natürlich präsentieren können. „Ohne Profi-Vorführer und teures Training, in dem teils sehr viel Druck gemacht wird, damit die Pferde funktionieren“, sagt Schmid. „Wer sein Pferd nicht dauernd scheren, waschen und in Watte packen will, ist bei uns richtig.“ Ihr System basiert auf Lizenzen: Ab 2011 zahlt jeder Veranstalter 300 Euro Lizenzgebühr an WAHSO und finanziert damit eine Datenbank, in der alle Pferde zentral erfasst werden. „Der Veranstalter kann direkt Teilnehmerlisten ausdrucken und Ergebnisse melden“, so Schmid. Spätere Erlöse sollen in eine Stiftung für Kinder fließen.
Ideal wäre laut Schmid, wenn WAHSO-Shows als i-Tüpfelchen bei Reitturnieren stattfinden und am Ende der Beste und Schönste als Gesamtsieger steht. Das könnte gut ankommen, findet auch Richter Gygax: „Die Teilnehmer sind glücklich, wenn sie eine weitere Plakatte mit heimbringen.“
Glücklich sind heute die Besitzer von Hengst Pege Star, der Best of Show in Lautrach wurde – ein 12-jähriger, leistungsgeprüfter Vollblutaraber, der einen Namen als solider Reitpferdevererber hat. Weniger glücklich sind Züchter, die gerne parallel zu WAHSO auch bei ECAHO-Shows starten würden: „Das geht aber nicht, weil man die Pferde dafür anders trainieren muss.“



