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Kappzaum-Messung: Wie viel Kraft wirkt an der Longe auf die Nase?
Das Testpferd kommt in den Ring
Die ersten Messungen bestreitet Andalusier Pepe. Er trägt nacheinander fünf verschiedene Kappzäume.
Mit jedem absolviert er dasselbe etwa 3,5-minütige Programm aus zwei Zirkelrunden im Schritt, Trab und Galopp, zuerst linke, dann rechte Hand. Damit der Zirkel etwa gleich groß bleibt, ist er mit Pylonen markiert. Die beiden voneinander unabhängigen Messungen werden jeweils synchron gestartet und beendet.
Der longenerfahrene Pepe verhält sich bei der ersten Messung (Deutscher Kappzaum) nicht ganz so, wie es seine Besitzerin gewohnt ist: „Er wehrt sich zwar nicht offen, aber die Kabel scheinen ihn doch zu irritieren“, sagt Teschen. Die Folge: Pepes Haltung ist unruhig, er schaut herum und schlägt mit dem Kopf. Bei der nächsten Messung (Wiener Kappzaum) gewöhnt sich der Schimmel offensichtlich an die Apparate an seinem Kopf und zieht brav seine Runden. Einzige Störung: Beim Lederkappzaum bricht die Messung nach drei Minuten durch einen technischen Fehler ab – vor dem Ende des letzten Galopps auf der rechten Hand.
Da gerade diese Phase bei den anderen Kappzäumen die höchsten Spitzenwerte ergibt, ist anzunehmen, dass auch beim Lederkappzaum etwas höhere Werte vorliegen, als es die Aufzeichnung zeigt. Die Messungen bei Caveçon und Serreta laufen reibungslos; allerdings zieht Pepe laut Babette Teschen mit ihnen weniger an der Longe.
Die Ergebnisse der Messreihe bestätigen Teschens Longengefühl: Bei den beiden gut gepolsterten Kappzäumen sind die durchschnittlichen Zug-Höchstwerte an der Longe mit 6,2 Kilo (Deutscher Kappzaum) und 6,8 Kilo (Wiener Kappzaum) deutlich höher als bei den ungepolsterten (Lederkappzaum 4,1 Kilo, Caveçon 4,9 und Serreta 5,0).
Die Messungen unter den Kappzäumen zeigen, dass diese Kraft nicht vollständig auf der Pferdenase ankommt. Die höchste Gesamtbelastung auf der kompletten Messfolie liegt beim deutschen Kappzaum bei 2,8 Kilo, was 45 Prozent des Maximalwerts an der Longe entspricht. Beim Wiener Kappzaum kommen mit 2,4 Kilo nur 35 Prozent des maximalen Longenzugs auf der Nase an. Lederkappzaum, Caveçon und Serreta übertragen mit 43, 46 und 42 Prozent ähnlich viel Kraft wie der Deutsche Kappzaum.
Der Zug von der Longe landet also nicht nur auf der Pferdenase. Einen Teil absorbieren sicher die Polster. Der Rest wirkt an anderen, nicht vermessenen Stellen des Kappzaums, etwa seitlich am Nasenteil oder an Backen- und Genickstück.



