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Die freie Wahl: Welche Reitweise passt zu mir?
Die Kunst des Barocks
Die Ära des Richard Hinrichs: 300 Jahre alte Reittechniken boomen in ganz Europa und verlangen wendige Pferde.
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Seit dem 16. Jahrhundert wurde in Süd- und Westeuropa die Reitkunst systematisch weiterentwickelt. Das Ziel: gehorsame und wendige Pferde für den Krieg, welche die imposanten und gefährlichen Schulsprünge beherrschten. Im Barock (18. Jh.) erlebte diese Tradition mit dem Erfinder des Schulterherein, François Robichon de la Guérinière, einen Höhepunkt. Nach der Französischen Revolution überlieferten Institutionen wie die Spanische Hofreitschule in Wien oder der Cadre Noir in Saumur, Frankreich, sowie einzelne Reiterfamilien in Spanien und Portugal die Ausbildungstraditionen, die alle wichtigen europäischen Reitstile inklusive des deutschen prägten.
Das Ausbildungsziel, ein kräftiges, gut balanciertes Pferd, das sich auf leichteste Hilfen und auf kleinem Raum energisch und ausdrucksvoll bewegt, erreichen am ehesten Pferde der klassischen Barockrassen wie Andalusier, Lusitanos, Lipizzaner und Andalusier-Berber-Kreuzungen – letztere wurden im Barock Geneten genannt. Doch auch andere Pferde mit kompaktem Körperbau und kräftiger Hinterhand können in der Hohen Schule brillieren. Und Pferde aller Rassen lassen sich in Leichtigkeit und Balance dressurmäßig schulen.
Barockreiten wurde in den vergangenen Jahren zum Mode-Trend; immer mehr Reiter besinnen sich auf diesen klassischen Ursprung der deutschen Reiterei. Das zeigt auch die steigende Zahl von Barockpferden in Deutschland. Einer der herausragenden Köpfe ist Ausbilder Richard Hinrichs, der 2004 den Bundesverband für klassisch-barocke Reiterei gründete. Auch private Institutionen wie die Hofreitschule in Bückeburg halten die barocken Traditionen lebendig.



