GHP: Die 10 besten Übungen zur Geführten Gelassenheitsprüfung

Flatterband und Tonnen

Die Geführte GHP besteht jeweils aus einer Folge von 10 Aufgaben, die sich aus sechs Pflicht- und vier variablen Aufgaben zusammensetzt. Jede GHP beginnt mit der Aufgabe „Vorstellen“. Die variablen Aufgaben werden vom Veranstalter frei aus dem unten angegebenen Aufgaben-Pool von 10 Aufgaben gewählt. Die Zivilisation hat Mülltonnen und Flatterbänder erfunden. Da muß das Pferd jetzt durch.

 

Übungsgasse für die fliegenden Fetzen
Foto: Wolschendorf Zitter-Partie: viel Plastik und Seile.

Kann Ihr Pferd staksen wie ein Storch und stets die goldene Mitte halten? Beides hilft ihm, die Hindernisse Stangenkreuz und Flatterband-Müllpassage der Gelassenheitsprüfung (GHP) zu meistern. Beide Stationen prüfen unterschiedliche Fähigkeiten. Beim Stangenkreuz darf das Pferd weder hastig voranstürmen noch nachlässig über die Stangen poltern und mit ihnen Mikado spielen. Auch ein erschreckter Sprung oder übertriebenes Hochreißen der Beine gelten als Zeichen mangelnder Gelassenheit.

Bei der diesen Hinderissen soll sich Ihr Pferd manierlich zwischen den fliegenden Fetzen auf der linken und einer Reihe unheimlicher Mülltonnen auf der rechten Seite bewegen. Damit Ihr Pferd Sie irgendwann perfekt kreuzweise kann, üben Sie zunächst mit einer einzelnen Stange. Die darf es beschnuppern, belecken und – falls Sie es erlauben – anfressen. Nathalie Penquitt, Ausbilderin aus Engeln bei Bremen, setzt schon bei dieser scheinbar simplen Übung auf ständige Kontrolle über alle Bewegungen des Pferds. „Nach jedem Bein, das über die Stange gesetzt wird, halte ich das Pferd an. Es soll nicht drüberstürzen, sondern sich steuern lassen.“

„Nicht zu unsanft bremsen. Sie wollen das Pferd ja nicht dafür bestrafen, daß es über die Stange geht“, warnt Ausbilderin Penquitt. Genau das passiert aber, wenn das Pferd halten soll, ohne das Halte-Kommando zu kennen oder zu respektieren: Der Mensch wird grob und ruckt und zieht. Das Pferd kann aber nicht gleichzeitig zwei Dinge lernen (über die Stange gehen, Kommando „Halt“). Statt dessen verknüpft sein Hirn in bester Pferdelogik „Stange treten = Strafe“.

Wenn Sie Ihr Pferd vor, über und nach der Stange nicht anhalten können, müssen Sie daher einen Schritt in der Ausbildung zurückgehen und Halten üben. Damit es gar nicht erst zum Tauziehen kommt – schließlich testet auch ein manierliches Pferd immer wieder seine Grenzen – taugt als Trainings-Ausrüstung ein Halfter, mit dem Sie Ihrem Pferd klare Hilfen geben können, die es respektiert. Gut sind Knoten- oder Trainingshalfter; ungeeignet sind breite Leder- oder Nylonhalfter, weil sie jede Hilfe harmlos verschlucken und Ihr Pferd zur Sturheit erziehen.

Pferde, die immer wieder über Stangen hopsen statt manierlich zu schreiten, lassen Sie getrost hopsen – irgendwann verlieren sie von selbst die Lust. „Das ist so anstrengend, daß sie es bald bleibenlassen“, hat Penquitt beobachtet. Sowie Ihr Pferd kapiert und folgt, spendieren Sie ihm Lob. Damit die Stangen nicht rollen, sichern Sie sie mit Ziegelsteinen. „Im Stangenkreuz achte ich darauf, mit wievielen Schritten mein Pferd durch das Hindernis geht“, sagt Nathalie Penquitt. „Dann kann ich mein eigenes Tempo so anpassen, daß ich das Pferd weder bremse noch hinter mir herziehe.“

Hier finden Sie alle Infos zur GHP im Überblick:

Fotostrecke: Bodenarbeit: Freestyle-Festival Senniana

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CAVALLO Bodenfreestyle Foto: Rädlein
CAVALLO Bodenfreestyle Foto: Rädlein
CAVALLO Bodenfreestyle Foto: Rädlein

Fotostrecke: Training: So lernt Ihr Pferd apportieren

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Pferde trainieren Apportieren Dressur Foto: Rädlein
Apportieren Foto: Lisa Rädlein
Apportieren Foto: Lisa Rädlein

29.12.2008
Autor: Redaktion CAVALLO
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Ausgabe 09/2003