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Fressgitter für den Stall
Grundsätzlich gilt: Mit jeder ungeschützten Kante und Stange in Pferdereichweite steigt die Verletzungsgefahr.
Doch besonders bei weiten Zwischenräumen sind Fressgitter aus raumhohen Senkrechtstangen gefährlich. Pferde, die wie Barahir in Panik geraten, bleiben auf dem vermeintlichen Fluchtweg durch das Gitter stecken, quetschen sich Körperteile und brechen sich Knochen, sofern sie überhaupt am Leben bleiben.
Zwischen den Stangen sollten deshalb nicht mehr als 30 bis 35 Zentimeter Luft sein – je nach Größe der Stallbewohner. Weil Ponyfohlen mit dem ganzen Körper durch Stangen schlüpfen, an denen jeder Kaltblutkopf abprallt, eignen sich raumhohe Fressgitter mit senkrechten Stangen nur für Gruppen ähnlich großer Tiere.
Die Stangen bergen noch ein weiteres Risiko. „Steckt ein Pferd seinen Kopf durch eine Öffnung und durch die benachbarte wieder zurück, kann es hängenbleiben“, warnt Reinhold Eitenmüller, Zuchtberater des Verbands der Pony- und Pferdezüchter Hessen. Bei Befreiungsversuchen quetschen sich Pferde Nerven oder brechen sich das Genick. Der Züchter verhindert das seit 30 Jahren mit einer zusätzlichen Stange in jedem zweiten Zwischenraum.
Auch der Stallausrüster Grossewinkelmann hat die Gefahr erkannt und ein Sicherheits-Fressgitter entwickelt. „Die Pferde können sich dank des verschlossenen Zwischenraums nicht um eine Stange wickeln“, erklärt Stalltechnik-Verkaufsleiter Lothar Bänisch. „Abstände unter 5,5 Zentimetern verhindern, dass Hufe ins Gitter geraten.“
Besonders riskant sind Billiglösungen wie alte RinderFressgitter oder dünne Rohre. In ehemaligen Kuhställen brechen sich vor allem Fohlen oft den Hals, schwere Pferde können sich durch schwache Stangen drücken. „Fressgitter-
Rohre sollten deswegen mindestens fünf Zentimeter Durchmesser und vier Millimeter Wandstärke haben“,sagt Reinhold Eitenmüller.
Nicht nur Stangenstärken und -abstände beeinflussen das Fressgitter-Risiko, sondern auch die Höhe. „Damit kein Pferd mit dem Kopf anschlagen kann, sollte die obere Querstange bei Warmblütern mindestens 2,10 Meter hoch sein, besser noch höher“, sagt Günter Herkert, Technischer Leiter beim Stallausstatter Patura. Die Lücke zwischen unterer Stange und Boden sollte mit Planken verschlossen werden, damit keine Hufe hineingeraten. Alternativ schließt eine Stufe zum erhöhten Futtergang, auf der die untere Stange liegt, gefährliche Freiräume.
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18.09.2008
© CAVALLO Ausgabe 06/2008
Autor: Melanie Tschöpe
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