Rauhfutter: Wie lässt sich Heu ersetzen?

Sind Heucobs eine gute Alternative?

Heuersatz
Foto: Rädlein
Kein Staub, kein Schimmel, leicht zu kauen – sind gepresste Cobs für jedes Pferd die perfekte Alternative? Darf man sie trocken verfüttern?

Heu ist für Pferde so wichtig wie für Menschen das Vollkornbrot. Es versorgt die Tiere mit Rohfaser und Energie. Doch die langen Stängel sind für manche Pferde problematisch: Ältere können sie wegen fehlender Zähne oft schlecht kauen, Allergiker mit chronischen Lungenleiden bringen sie zum Husten.

Pro & Contra Heucobs: Meinungen gibt´s im CAVALLO-Forum

 

Heuersatz
Foto: Rädlein Gutes Heu ist das optimale Pferdefutter. Doch manche Pferde brauchen Alternativen.

Alternative sind Heucobs. Es gibt kaum Futtermittelhersteller, die keinen Heu-Ersatz im Sack bieten. Getrocknetes, gehäckseltes und gepresstes Gras soll Heu eins zu eins ersetzen. Doch können Heucobs das wirklich leisten? Und darf man sie nur eingeweicht verfüttern?

Es gibt drei Sorten der handlichen Presslinge: Für Grünmehlpellets wird junges, weiches Gras getrocknet und gehäckselt, für Grascobs älteres Gras verarbeitet und für Heucobs fertiges Heu. Doch was steckt in den Brocken? Heu-Ersatz – ganz gleich in welcher Form – enthält wichtigen alle Nährstoffe, ist trockener als Heu und gibt Schimmelpilzen keine Chance. Heu-Ersatz hat nur fünf bis acht Prozent Wasser (Heu elf bis 13 Prozent) und bietet damit Bakterien und Pilzen fast keine Lebensgrundlage. Weil Heucobs beim Pelletieren erhitzt werden, tötet das alle Mikroorganismen ab und konserviert die Pellets und Cobs – solange sie trocken gelagert werden. Um die Qualität von Heucobs zu prüfen, ließ CAVALLO bereits zwölf Sorten von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Speyer auf Bakterien, Hefen und Pilze analysieren. Alle Sorten erfüllten die Anforderungen des Futtermittelgesetzes. Der Rohproteingehalt der Presslinge lag mit über 24 Prozent deutlich höher als der von Heu. Das ist gut für Pferde, die schlechtes Fell haben oder schlapp sind. Der Gehalt an Rohfett ist für die Futterqualität von Grascobs nicht wichtig. Rohfette sind in älteren Gräsern hauptsächlich Wachse, die den Glanz an Halmen ausmachen. Junges Gras enthält zwar viele ungesättigten Fettsäuren, die werden aber bei der Heißtrocknung zerstört.

Der Gehalt an leicht löslichen Kohlenhydraten ist ist vor allem für reheanfällige Pferde wichtig: Auf dem Futtersack ist er zwar nicht deklariert, aber man kann ihn leicht selbst ausrechnen: Dazu zieht man von 100 die Prozentwerte von Wasser, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser ab. Die Grascobs im Test enthielten zwischen 39 und 51 Prozent leicht lösliche Kohlhydrate. Für reheanfällige oder massiv übergewichtige Pferde ist das viel, und die Menge von Cobs muss gering gehalten werden. Alle zwölf Sorten, die damals untersucht wurden, hatten insgesamt eine sehr gute Qualität.

Pferdehaltung: Wichtige Informationen für Pferdehalter

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Inhaltsverzeichnis

Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 03/2011