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Können sich Ausbilder auf schwierige Pferde setzen?
Am Ende sind die Pferde die Leidtragenden
„Wenn sich gute und verantwortungsvolle Ausbilder nicht mehr mit Problempferden abgeben, werden diese nur noch von schlechten Reitern geritten und von Reitlehrern trainiert, die alles schönreden“, befürchtet Peter Kreinberg.
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Der Ausbilder unterrichtet selbst seit 30 Jahren vom Boden und vom Sattel aus. „Bei meinen Demonstrationen reite ich derzeit sogar absichtlich auch verrittene Pferde, um Zuschauern Lösungsansätze zu zeigen. Ob ich das weiterhin tue, hängt von der Entwicklung ab“, sagt Kreinberg. „Ich wünsche mir auch von den Fachverbänden und den Medien eine Versachlichung bei den Themen Erziehung und Korrektur.“
Schlechte Bilder sind fix gestreut
„Aus dem Zusammenhang gerissene Fotos landen schnell im Internet“, so Kreinberg. Er versucht daher, Bilder stärker zu kontrollieren. „Bei mir herrscht prinzipiell Foto- und Filmverbot, Ausnahmen bedürfen meiner Genehmigung.“ Das sei nicht nur Selbstschutz. „Es geht auch um meine Kursteilnehmer. Sie sollen reiten können ohne Angst davor, mit Bildern einer schlecht gerittenen Phase im Internet bloß gestellt zu werden.“
Am Karlsruher Reitinstitut Egon-von Neindorff-Stiftung geht es noch rigoroser zu. „Bei uns herrscht totales Foto- und Filmverbot - auch wegen der Persönlichkeitsrechte der Reiter“, sagt Institutsleiter Axel Schmidt. „Wenn Sie mit Problempferden arbeiten, entstehen immer Bilder, die nicht ganz lehrbuchhaft sind. Damit steht am Ende der Ausbilder am Pranger und nicht derjenige, der das Pferd vorher vermurkst hat“, sagt Schmidt. Korrekturen reitet er daher nur als „Privatissimum“. Dennoch setze er sich auch bei Kursen aufs Pferd, „um zu fühlen, ob meine Beobachtungen zutreffen“.
Ausbilder müssen auch reiten
Klassikausbilder Marius Schneider aus Dortmund handhabt das Filmen etwas freier: „Bei mir dürfen sich die Kursteilnehmer nach Absprache für private Zwecke filmen. Auf dem Video sieht man Sachen, die man im Moment nicht mitbekommt.“ Dass der Ausbilder sich auch selbst aufs Pferd setzt, findet er wichtig: „Ich überprüfe meine Beobachtungen und kann den Schülern zeigen, was sie besser machen können.“
„Das ist ja auch gerade das Spannende an einem Kurs“, betont Gerd Heuschmann. „Dass man mit den Teilnehmern das Problem eines Pferds theoretisch analysiert und dann praktisch zeigt, wie man es verbessern kann. Wenn ich nur vom Boden aus unterrichte, fehlt einfach ein wichtiger Teil.“
Korrekturen während des Ritts erklären
Der schleswig-holsteinische Ausbilder Johannes Beck-Broichsitter hat dafür seine eigene Methode. „Damit Zuschauer und Reiter wissen, was ich mache, wie es sich anfühlt und warum ich es so mache, kommentiere ich die wesentlichen Stationen auch vom Pferd aus. Das ist manchmal anstrengend, beantwortet aber häufig die Fragen kritischer Beobachter.“
Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke geht noch weiter: „Meine Anlage ist offen. Da kann jeder zuschauen. Das ist der beste Schutz für mich selbst und die Pferde. Wenn etwas mal nicht klappt, muss man es aber auch erklären.“ Dass Zuschauer kritisch urteilen, ist nicht das Problem. Eher die korrekte Einordnung.
„Manche treiben das zu weit“, findet die bayerische Gangpferdetrainerin Andrea Jänisch. „Da paaren sich manchmal Halbwissen und der Anspruch, dass jeder Reiter stets perfekt sein muss. Das ist kontraproduktiv und verleidet selbst den besten Reitern die Lust an öffentlichen Auftritten.



