Monty Roberts Learning Center: Wie sinnvoll ist sein Konzept?

Monty Roberts und Andrea Kutsch kommen zu Besuch

Einige Wochen später klingelt bei Claudia Kochs Mann das Handy. „Andrea Kutsch war dran: Sie sei jetzt mit Monty unterwegs und in einer Stunde bei uns.“ Reinhold Koch eilt nach Hause und erblickt neben Andrea Kutsch Monty Roberts vor dem Tor.

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„Er traute sich nicht rein, weil ihn unser Hund so aggressiv anbellte. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Claudia Koch will Emarielle vorreiten, aber Andrea Kutsch wehrt ab: „Wir wollen nur mal schauen.“ Stattdessen soll Claudia Koch die Stute an den Zaun führen, wo Monty Roberts sie begutachten will. „Aber alles, was der sagte, war: ’Oh, sie ist wirklich fett.’“

Claudia Koch erklärt ihm, daß sie Emarielle nach wie vor nicht ohne Probleme reiten könne. „Daraufhin meinte Roberts, ich solle weiter mit Maske reiten. Ich sagte, daß sei keine Lösung. Er erwiderte, dann könne ich eben nicht reiten und müsse mich mehr bemühen. Dann verschwand er wieder.“

Andrea Kutsch bleibt noch kurz: „Sie wollte von mir noch eine schriftliche Bestätigung, mit dem Fall nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie würde mir dafür das Trainingsgeld für Emarielle zurückzahlen.“ Claudia Koch zuckt mit den Schultern und will es sich überlegen: „Ich hatte einfach keinen Bock mehr. Emarielle war meine einzige Sorge.“

Zwei Monate später liegt in ihrem Briefkasten Post vom Landgericht Hamburg: Andrea Kutsch hat sie wegen Nötigung angezeigt.

Claudia Koch liest aus der Strafanzeige vor: „Die Beschuldigte (Claudia Koch) bedroht die Anzeigeerstatterin (Andrea Kutsch) damit, über den angeblichen Wirkstoffnachweis (Emarielles Dopingprobe) Presseveröffentlichungen zu schalten, in denen dann suggeriert werden soll, daß die Medikation aus der Sphäre der Anzeigeerstatterin stammt . . . Damit will sie den Geschäftsbetrieb der Anzeigeerstatterin verunglimpfen . . . Sie (Claudia Koch) erklärt sich bereit, das angedrohte Übel zu unterlassen, wenn die Anzeigeerstatterin ihr die bezahlten Pensionskosten erstattet . . . „die Anzeigeerstatterin (habe) . . . keinen persönlichen Umgang mit dem Pferd gehabt, sondern das Pferd lediglich auf ihrem Betrieb untergestellt.“

Claudia Koch wird die Sache zu bunt. Weil sie Andrea Kutsch keineswegs mit Veröffentlichungen drohte, geschweige denn Geld für Stillschweigen verlangte, wendet sie sich an den bekannten Rechtsanwalt und Pferdesachverständi gen Dr. Dietrich Plewa.

Der räumt Andrea Kutschs Strafanzeige wenig Chancen ein: „Bei einer Nötigung muß die anzudrohende Handlung rechtswidrig sein. Das ist hier nicht der Fall, selbst wenn Frau Koch an die Öffentlichkeit gegangen wäre, was sie nicht ist.“ Dr. Plewa behält recht, das Landgericht Hamburg stellt das Verfahren wegen Nichtigkeit ein.

Winter 2004: Seit mehr als einem Jahr ist Emarielle wieder zu Hause. „Ihr geht es soweit gut“, berichtet Claudia Koch, aber sie macht sich noch immer schwere Vorwürfe: „Seit der Zeit bei Andrea Kutsch hat sie einen Klatsch weg. Sie explodiert beim geringsten psychischen Druck.“

Langsam beginnt sie ihre Stute wieder zu arbeiten. „Seit April reite ich sie auch in der Dressurstunde. Es ist durchwachsen.“ Von Andrea Kutsch und Monty Roberts hat Claudia Koch nichts mehr gehört. Sie weiß bis heute nicht, wer Emarielle die Dopingmittel verabreicht hat.

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18.01.2011
Autor: Patricia Klöpsch
© CAVALLO
Ausgabe 01/2005