Monty Roberts Learning Center: Wie sinnvoll ist sein Konzept?

Alle Kritiker bezeichnet Monty Roberts als Lügner

2003 konfrontierte CAVALLO Andrea Kutsch mit den Vorwürfen einer Pferdebesitzerin und bittet um eine Stellungnahme, wie die Dopingmittel in das Blut der zur Ausbildung überlassenen Stute Emarielle gelangt seien.

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Andrea Kutsch warnt per Fax: „Ich weiß nicht, ob mangels Aktualität des Falls ein Eingriff in meine Privatsphäre überhaupt rechtens ist.“ Sie stellt klar: „Das Pferd von Frau Koch ist im Anschluß an den (Schnupper-) Kurs bei mir in Pension – nicht in Ausbildung – verblieben, weil Frau Koch das Pferd nicht mitnehmen wollte. Sie fürchtete sich.“

Außerdem schreibt Andrea Kutsch, Claudia Koch hätte noch während des Kurses überlegt, Emarielle wieder zu verkaufen. Doch „die Rückabwicklung des Kaufvertrags mit der Verkäuferin Dr. Meyer ist wohl gescheitert.“ Jedenfalls sei es zwischen Claudia Koch und ihr wegen des Pensionsvertrags zu einem Streit gekommen. Der ginge aber nur sie und Frau Koch etwas an.

Außerdem sei „das Informationsinteresse an diesem Fall allemal erloschen, wenn denn überhaupt eines bestanden haben sollte.“ Die Presse solle doch lieber „ihrer Informationspflicht nachkommen“, statt sich in „Privatangelegenheiten“ einzumischen.

Außer diesem Warnschuß an die Redaktionsadresse kommt von der Betreiberin des MRLC keine weitere Erklärung zu den fragwürdigen Medikamenten in Emarielles Blut, zu der Lahmheit oder zum fiebrigen Infekt.

Statt dessen ruft Monty Roberts, aufgeschreckt von den Recherchen, in der Redaktion CAVALLO an. Konkrete Fragen, ob die Vorwürfe berechtigt seien, beantwortet auch er nicht. Witzigerweise fordert er, Dr. Dorothe Meyer möge sich einem Lügendetektortest unterziehen. Pauschal bezeichnet er jeden als Lügner, der ihn je kritisiert hat. Dahinter, so betont Roberts immer wieder, stecke nur der Wunsch aller möglichen Leute, an sein Geld zu kommen.

Andrea Kutsch wirbt unverdrossen auf ihrer Homepage mit einem weiteren Vorfall, dem Springpferd Le Patron. Sie behauptet von sich: „ . . .nahm sie dem berühmten Pferd Le Patron nachweislich die Angst vorm 4-Meter-Wassergraben. Leider wollten weder Besitzer noch Trainer oder Reiter die Methoden von Andrea Kutsch übernehmen. Mit traditioneller Methode sprang Le Patron vor der Trainingszeit mit Andrea Kutsch bereits viele Jahre keinen Wassergraben, und er wird es auch nach dieser Zeit mit der alten Methode nicht tun.“ Soweit das Originalzitat Andera Kutsch.

Christel Meurer, die Besitzerin von Le Patron, ist baff. „Diese Behauptungen sind eine Frechheit. Bei ihr ist mit Le Patron alles fehlgeschlagen.“

Die Geschichte von Le Patron erinnert an die von Emarielle. „Ich fragte Frau Kutsch ’Trauen Sie sich das zu?´“, so Christel Meurer. „Sie sagte ja, das dauert vier bis sechs Wochen.“ Daraus wurden dreieinhalb Monate (vom 30. Juli bis 12. November 2003), in denen das Ehepaar Meurer keine Fortschritte sah: „Sicher sprang er bei Frau Kutsch über eine blaue Plane. Aber das hat er auch schon vorher gemacht. Über Wassergräben bekam sie ihn auch nicht.“

Statt dessen bot ihr Andrea Kutsch an: Wenn sie Le Patron für eine Fernsehdokumentation bekommen könnte, müßten Meurers statt des Trainings nur das Futtergeld bezahlen. Das Ehepaar stimmte zu, zahlte für die ursprünglich vereinbarten drei Wochen Futtergeld, beglich aber darüber hinaus auch die restliche Trainingzeit. Das Ergebnis ist bekannt: In einem von mehreren TV-Beiträgen, wo sich pferdeunkundige Moderatoren auf Pferdeflüsterer und Wunderheiler stürzen, scheut Le Patron unter Meurers Tochter zunächst vor einem Wassergraben, um anschließend bei Andrea Kutsch über die Plane zu hopsen. Über echtes Wasser sprang er im Film jedoch nicht.

Dennoch gilt das Kutschs Anhängern seither als Beweis für die vermeintliche Korrektur – und läßt Christel Meurer noch heute lachen. Inzwischen geht Le Patron übrigens unter seinem Reiter Toni Hassmann erfolgreich internationale Springen. Prüfungen mit Wassergräben sind für ihn einfach gestrichen.

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18.01.2011
Autor: Patricia Klöpsch
© CAVALLO
Ausgabe 01/2005