Pensionspferdehaltung und Stallrecht

Stallbetreiber müssen Pferde gut versorgen und sicher unterbringen. Aber wie weit gehen ihre Fürsorgepflichten?

 

Foto: Rädlein / Montage: CAVALLO Ist der Boden nicht sicher genug für das Pferd, sollte der Stallbetreiber den Platz lieber sperren.

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Pferdebesitzer bezahlen monatlich teils mehrere 100 Euro, damit ihre Pferde gut versorgt werden. Doch auch wer seinen Vierbeiner preisgünstiger beim Bauern untergestellt hat, kann erwarten, dass das Tier ordentlich betreut wird.

Wird es durch verdorbenes Futter krank oder verletzt sich auf der Weide oder auf dem Reitplatz, hat der Stallbesitzer vor Gericht fast immer schlechte Karten. Zur Fürsorge ist er nämlich vertraglich verpflichtet, und zwar in viel größerem Ausmaß, als die meisten denken.

Denn viele Gerichte stufen inzwischen Pferdepensionsverträge als entgeltliche Verwahrungs­verträge ein, wenn der Stallbetreiber nicht nur die Box vermietet, sondern auch füttert, tränkt, mistet oder die Pferde auf die Weide bringt.

„Die Hauptleistungspflicht des Verwahrers ist die Obhut über das Pferd; er muss dafür sorgen, dass es dem Tier gut geht und es sicher untergebracht ist“, sagt Rechtsanwältin Iris Müller-Klein aus dem niedersächsischen Thedinghausen. In einigen Pensionsställen gehören staubiges Heu, marode Koppelzäune und fahriger Umgang mit den Pferden zum Alltag. Stallbetreiber können ihre Haftung auch nicht durch Vertragsklauseln ausschließen, wenn es um die Obhut geht. Darauf wies CAVALLO bereits in der Juli-Ausgabe 2009 im Beitrag zur Unfall-Haftung hin.

06.04.2010
Autor: Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 11/2009