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Stress beim Reiten - Ursachen, Tipps und Stresstypen
Stresstyp: Der Zweifler
Fieber-Faktor: Starkes Lampenfieber vor fremden Zuschauern.
Fieber-Verlauf
In der Nacht vor dem Mess-Termin schläft sie kaum. Beim Satteln ist sie nervös, beim Reiten voll bei der Sache. „Sie löst Spannung, indem sie über ihre Angst redet“, so Professor Balzer. Deshalb kommt es weder zu Verkrampfung noch Erschöpfung. „Ihre Körperspannung ist gut; der Trainer braucht keine Power, sondern Gefühl. Wer bei solchen Schülern zu laut wird, macht ihnen Angst“, sagt Manuela Stauber. Die macht sich die Reiterin selbst – indem sie sich schlechter redet, als sie ist. „Sie ist nicht mal begeistert, wenn es gut läuft“, sagt Stauber. „So jemand braucht Selbstvertrauen und Aufgaben, damit man sich nicht von Störungen fremdsteuern lässt, sondern sich selbst steuert und konzentriert. Der Trainer muss sich Konzentration holen, indem er viel fragt und erklären lässt.“
Stress-Typ
Stressbewältiger. Kommt durch Stress aus dem Konzept, kann ihn aber gut verarbeiten. In der Reitstunde ist diese Reiterin laut Mess-Uhr enorm konzentriert, vor allem bei den Anweisungen der Trainerin. Im Schritt und Trab ist die Spannung ähnlich, beim Loben entspannt sie sich stark. Überlastet ist sie nie, nach dem Absteigen ist sie ausgeglichen.
Anti-Stress-Training
- Zuschauer draußen stehenlassen und auf Distanz gehen; knifflige Übungen in einer anderen Bahnecke reiten.
- Realistische Ziele setzen, Aufgabe fokussieren (anfangs mit Trainer als Stütze). Von einfachen zu schwierigeren Übungen arbeiten. Sobald Zuschauer auftauchen: Dinge reiten, die man kann. Sich nicht herunterziehen („Dann trabe ich bloß ein bisschen leicht“), sondern positiv formulieren: „Jetzt trabe ich leicht, Zirkel, Volten, Schlangenlinien.“
- Punkte in der Reitbahn anpeilen, mit sich reden: „Jetzt biege ich auf den Zirkel ab.“
- Stoppschild (siehe Seite 18)
- Im Mentalen Trainingstagebuch zu den Übungen auch Gefühle aufschreiben und so Teil-erfolge verankern. „Da steht anfangs: ‘War okay’“, sagt Manuela Stauber, die abrät, zu überschwänglich zu loben. „Damit macht sich der Trainer unglaubwürdig. Selbstkritische Schüler müssen lernen, gute Gefühle zuzulassen. Ihr Trainer hilft, Begriffe zu finden. Irgendwann steht im Tagebuch: ‘Pferd heute sehr fleißig, fühlte sich total geschmeidig an. Es hat Spaß gemacht’.“



