Tollwut-Impfung: Das müssen Sie wissen
Tollwut gibt's hierzulande offiziell nicht mehr. Für Pferde ist die jährliche Impfung passé. CAVALLO erklärt, was Sie trotzdem über die Tollwut wissen müssen.
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Im Alltag rauben Reitern oft kleine Störenfriede den letzten Nerv.
Ein paar Stallkollegen an der Bande sind solche Spaß-Bremsen – womöglich lästern sie über dilettantische Galoppversuche. Der neue Reitlehrer verursacht Magendrücken; schließlich will man zeigen, was man kann. Die nächste Springstunde, Stau auf dem Hufschlag, ein Ausritt bei Sturm: alles Anlässe für Stress, und das ist gut so.
Die Natur setzt den Körper absichtlich unter Adrenalinfeuer, um ihn aus der Reserve zu kitzeln. Lampenfieber ist die Durchhalteparole, die Menschen zur Höchstform auflaufen lässt: Beiß dich jetzt durch, egal was kommt.
Dass der Leistungs-Kick so oft zum Psycho-Knick wird und die letzten Nerven kostet, liegt am Überrumplungsfaktor. Die meisten Reiter trifft das Fieber wie der Blitz aus blauem Himmel. Sie sind auf das Grummeln im Bauch und den Blackout im Gehirn nicht vorbereitet, weil sie das Tabu-Thema Angst bis zuletzt verdrängen.
Das bringt freilich nichts, schon gar nicht beim Reiten. „Auf dem Pferd kann keiner mogeln“, weiß Manuela Stauber. „Der Körper lügt nicht. Wer Stress hat, macht Fehler, verliert Balance und Koordination.“
Besser ist es, das Nervenflattern zuzulassen und sich nicht darüber zu ärgern, sondern es je nach Stress-Typ und Persönlichkeit rechtzeitig mit den richtigen Gegenmitteln zu bekämpfen – sofern der Reiter überhaupt unter seinem Lampenfieber leidet.
„Wo kein Leidensdruck ist, muss man auch keinen heraufbeschwören“, sagt Dr. Bußmann. Ein gewisses Maß an Anspannung braucht schließlich jeder Mensch, damit er neue Aufgaben erfolgreich packen kann. Wieviel Spannung gesund ist, merkt jeder selbst am besten. „So wenig wie möglich, so viel wie nötig ist ideal. Jeder Reiter hat das Recht auf sein individuelles Maß an Lampenfieber, welches ihn aktiviert. Er muss nur erkennen, wann es ihn lähmt und wie er das verhindert“, sagt die Psychologin, die viele Profi-Reiter betreut und weiß, dass Olympioniken genauso zittern wie Hobbysportler.
Für extrem Flatterhafte hat sie einen aufmunternden Trost: „Lampenfieber ist der Begleiter des Vorankommens. Nur wer in Routine erstarrt, hat nie Lampenfieber. Und wer besonders nervös ist, braucht das vielleicht, um etwas besonders Geniales abzurufen.“
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30.09.2008
© CAVALLO Ausgabe 02/2008
Autor: Christine Felsinger
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