Pferderecht: Keilerei im Stall - Wer zahlt den Schaden?

Knackpunkt: Welches Pferd hat zugetreten?

Wenn Pferde sich im Offenstall oder auf der Koppel streiten, fliegen die Fetzen. Das kann teuer werden. Wer zahlt die Tierarztrechnung?

Doch welches Pferd hat zugetreten, gebissen oder gejagt? Das ist in den meisten Fällen der Knackpunkt. Denn im Normalfall muss jeder Anspruchsteller beweisen, dass das Pferd desjenigen, von dem er Schadenersatz verlangt, den Schaden auch tatsächlich verursachte. Stehen im Offenstall oder auf der Weide Pferde unterschiedlicher Besitzer, ist das natürlich kaum zu schaffen – wenn niemand die Streiterei beobachtete.

Die Folge: Der Eigentümer des verletzten Pferds muss den Tierarzt selbst bezahlen. Ein anderes Urteil fällte allerdings zum Beispiel das Landgericht Bad Kreuznach: Alle Pferdehalter seien gemeinsam für den Schaden verantwortlich, wenn nicht ermittelt werden könne, welches der Tiere ihn verursachte. Eine höchstrichterliche Entscheidung, die wegweisend wäre, gibt es dazu aber nicht. Im Falle des Isländers, dem einer seiner Herdenkumpel das Bein brach, mussten die Richter sich mit dieser Frage gar nicht befassen.

Denn alle anderen Tiere, mit denen sich der Isi-Wallach die Koppel teilte, gehörten derselben Frau. Sie wurde letztlich verurteilt, den eingeklagten Schadenersatz in Höhe von 10.500 Mark voll zu zahlen.

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Autor: Redaktion CAVALLO/Linda Krüger
© CAVALLO
Ausgabe 05/2011