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So meistern Sie knifflige Situationen bei der Jagd
Interview: "Beine zu und drüber"
Hauptsattelmeister Rolf Eberhardt (39) vom Haupt- und Landgestüt Marbach erklärt, wie Sie schwierige Jagd-Situationen meistern.
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Distanzreiten, Geländereiten, Helme, Ingrid Klimke, Michael Jung, Reitweisen, Vielseitigkeit
CAVALLO: Wie können sich Reiter
auf eine Jagd vorbereiten?
Eberhardt: Vor einer Jagd, bei der
auch feste Hindernisse gesprungen werden, ist es wichtig, Springunterricht zu nehmen. Reiter können üben, im leichten Sitz zu reiten und stärken dabei auch ihre Bauch- und Rückenmuskulatur. Nur dann verfügen sie über ausreichend Körperspannung, um selbst bei einem temporeichen Sprung über ein Hindernis nicht die Balance zu verlieren.
CAVALLO: Wie lässt sich das Tempo des Jagdgalopps trainieren?
Eberhardt: Um ein Gefühl für das Tempo zu bekommen, können Sie versuchen, Ihr Pferd im Gelände so schnell wie möglich galoppieren zu lassen. Dann merken Sie, wie rasant sich der Galopp bei rund 50 Stundenkilometern anfühlt. Wichtig für die Jagd ist, dass es die Pferde gewohnt sind, in einer Gruppe zu laufen. Kontrollierte Trainingsritte mit bis zu fünf Pferden, bei denen paarweise über eine freie Wiese galoppiert wird, machen es leichter, das Pferd im Jagdfeld zu kontrollieren.
CAVALLO: Was raten Sie einem Reiter, wenn sein Pferd heiß wird?
Eberhardt: Sollte sich ein Pferd wie ein Durchgänger verhalten und im Feld verrückt spielen, würde ich dazu raten, die Jagd abzubrechen. Oft haben die Reiter selbst nicht die Fitness und Kondition, einen Jagdritt unter solchen Bedingungen durchzustehen und gefährden dadurch andere Teilnehmer. Es ist aber auch den Versuch wert, ein heißblütiges Pferd ganz am Ende mit viel Abstand zum Feld zu reiten oder es weit vorne in einer der ersten Reihen zu versuchen.
CAVALLO: Was tun, wenn es vor einem Hindernis eng wird?
Eberhardt: Wenn Sie mittig im Feld reiten, hilft nur: Hand ran, Beine zu und drüber. Unbedingt an die eigene Linie halten, damit Sie anderen Reitern nicht den Weg abschneiden. Sind Sie am Rand des Jagdfelds, kann es helfen, das Hindernis zu umreiten. Es gilt: Wenn dem Reiter für die passende Distanz das Auge fehlt, wird es für ihn und alle Nachkommenden gefährlich. Deshalb empfehle ich jedem, an einem Vorbereitungskurs zum Jagdreiten teilzunehmen und viele Gruppenausritte zu machen. Da lernt man schnell die eigenen Grenzen kennen.
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