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CAVALLO Experten-Team
- 1Am längeren Hebel
- 2Riegeln bis zum Sieg
- 3Pferde blind und hilflos machen
- 4Faires Verhalten: Reiter haben Nachholbedarf
- 5Ehrgeiziger Nachwuchs: Auch Kinder reiten aggressiv
- 6Pferde nicht zu Leistungen zwingen
- 7Ein bekanntes Problem: Rollkurreiter zur Rede gestellt
- 8Erlernte Hilflosigkeit - Pferde schalten ab
- 9Pferde sollen lernen nicht leiden
- 10
- 11Kommentar von Christine Felsinger

- Dr. Ulrike Thiel Psychotherapeutin, Reitlehrerin und Dressurrichterin aus dem niederländischen Soerendonck. Gründete dort das „Institut für Hippische Sportpsychologie und Equitherapie Hippocampus“.
„Auf den Fotos ist von gedankenlosem Einwirken bis zu Inkaufnehmen und gezieltem Zufügen von Schmerz und Erarbeiten von Spannung alles zu sehen. Mimik und Körperausdruck der Reiter sprechen Bände: Viele wollen ihr Pferd einfach nur dominieren. Sie riegeln es herunter und bringen es in Positionen, in denen es sich nicht wehren kann. Und zwar nicht nur ab und zu, sondern systematisch von Anfang an. Dass das in den meisten Fällen nicht nur kurze Momentaufnahmen sind, sieht man auf meinen Videos. Fürs Training bringen diese Methoden nichts, mental helfen sie dem Pferd auch nicht weiter. Man muss sich als Psychologe eher fragen, warum ein Reiter diese Techniken des Dominierens braucht.“

- Dr. Gerd Heuschmann Fachtierarzt für Pferde aus Warendorf. Der ehemalige Leiter der FN-Abteilung Zucht lernte Bereiter und ist Vorstandsmitglied des Vereins Xenophon für die Förderung klassischer Reitkunst.
„Mechanisches Arbeiten an der Kopf-Hals-Haltung, wie es auf den meisten Fotos gezeigt wird, erzeugt immer körperliche Abwehrspannung, die niemals mit klassischen Ausbildungsprinzipien zu vereinbaren ist. Keins der Bilder lässt die Prinzipien der Ausbildungsskala erkennen, die das Wohlbefinden des Pferds in den Mittelpunkt stellen. Dieses Erzeugen maximaler Körper(ver)spannung bringt weder im Training irgendwelche Erfolge, noch fördert es die psychische Durchlässigkeit. Ich fordere die zuständigen Richter und Funktionäre auf, dafür zu sorgen, dass solche Bilder am Abreiteplatz nicht mehr möglich sind.“

- Dr. Michael Weishaupt Tierarzt und Leiter des Sportmedizinischen Leistungszentrums an der Universitäts-Pferdeklinik Zürich. Er maß bei einem Kooperationsprojekt mit den Universitäten Uppsala und Utrecht, wie sich verschiedene Kopf-Hals-Positionen, etwa die Rollkur, auf die
Bewegungsqualität auswirken.
„Mir geht es um ein Urteil, was mit dem Pferdekörper aus mechanischer Sicht passiert und wie sich das Pferd dabei mental fühlt. Auf einigen Fotos sieht man Techniken, die sinnvoll sein könnten, wenn sie kurz und kompetent angewandt würden. Ansonsten sind sie sinnlos oder schädlich. Und es sind grobe Aktionen zu sehen, von denen schon eine für das Pferd zuviel ist.“
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28.06.2009
© CAVALLO Ausgabe 07/2007
Autor: Christine Felsinger
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