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GHP II: Die 8 besten Übungen zur Gelassenheitsprüfung II
Holterdipolter
Klappern gehört zum Handwerk bei der GHP II. Damit ein Rumpler von hinten keine Flucht nach vorn auslöst, kurven Sie mit Krachmachern zweimal rund ums Pferd.
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Wenn es hinten kracht, retten sich die meisten Pferde instinktiv mit einem Satz nach vorne. Beim Ausritt, in der Reitstunde aber auch am Putzplatz bringen solche Schreckhüpfer Pferd und Reiter nicht nur aus dem Konzept, sondern auch in Gefahr. Entspannung und Konzentration sind in jedem Fall flöten; meist dauert es Minuten, bis der Lärm vergessen ist.
In der neuen Geführten Gelassenheitsprüfung für Sport- und Freizeitpferde (GHP II) soll die Klapperkarre – Einstiegsaufgabe nach dem Vorstellen an der Hand – Pferde gegen plötzlichen Lärm abhärten. Die sonst mit geräuschlosem Mist beladene Schubkarre rattert und scheppert, mit Dosen und Steinen befüllt, in zwei Meter Abstand einmal ums Pferd.
Besonders fies: Der Lärm geht hinterm Pferd los. Das ist eine besondere Herausforderung, da das Pferd durch sein eingeschränktes Sehen Geräusche von hinten nicht orten kann. In der Prüfung soll das Pferd trotz Krach am losen Strick ruhig in der Markierung stehenbleiben.
Damit nicht gleich die erste Aufgabe danebengeht, muss das Pferd in kleinen
Schritten an die Klapperkarre gewöhnt werden. „Da die Richter ein ruhig stehendes Pferd sehen wollen, muss auch das Stillstehen zu Hause geübt werden“, sagt Klaus Harms aus Hiddenhausen in Nordrhein-Westfalen.
Er ist Richter von GHP bis Grand-Prix, führte bei etlichen Gelassenheitsprüfungen Aufsicht und weiß genau, was Prüfer sehen wollen. „Viele halten ihr Pferd in der GHP-Prüfung zu kurz, dabei soll es am durchhängenden Strick neben dem Pferdeführer stehen.“ Zu Leckerlis würde er beim Steh-Training nicht raten. „Das kann zu Unruhe führen, wenn das Pferd sein Lob einfordert. Besser ist es, das Pferd mit der Stimme zu loben, wenn es ruhig steht, und es ein paar Tritte rückwärts zu schicken, wenn es mit Druck nach vorne geht.“
Steht das Pferd ruhig am losen Strick, kommt zum ersten Mal die Schubkarre ins Spiel. Die meisten Pferde kennen Schubkarren und verbinden sie mit etwas Freundlichem wie Heu oder Stroh.
„Fahren Sie zuerst mit der leeren Schubkarre ums Pferd“, empfiehlt Harms. Ist das schon zu aufregend, halten Sie an und lassen das Pferd an der Karre schnuppern. Schieben Sie anschließend in größerem Abstand die Schubkarre ums Pferd, und nähern Sie sich allmählich der Zwei-Meter-Marke.
Lässt sich das Pferd nicht mehr von der kreisenden Karre irritieren, können Sie die Übung erschweren und den Lärm einbauen. „Fangen Sie im Training nie mit dem Lärm hinterm Pferd an“, warnt Klaus Harms. „Das Pferd ist dort am unsichersten, da der Lärm außerhalb seines Gesichtsfelds liegt.“
Erschrickt das Pferd beim ersten Üben durch Getöse von hinten, verbindet es Krach mit Angst und wird auch künftig erschrecken. „Beginnen Sie vorne und an den Seiten, dort sieht das Pferd die Karre gut“, sagt der GHP-Experte und empfiehlt für den Anfang leisere Töne: „Fangen Sie nicht gleich mit lautem Krach an, sondern legen Sie erst einmal neben einem Häufchen Heu eine leere Dose in die Schubkarre.“
Die Schubkarre sollte aus Blech, nicht aus Kunststoff sein, da sie sonst nicht genügend Geräusche macht. Lassen Sie das Pferd in aller Ruhe schnuppern und auch ein bisschen Heu fressen. „Das Pferd soll merken, dass von der Schubkarre keine Gefahr ausgeht“, so Harms. Bleibt das Pferd ruhig, können Sie die Schubkarre leicht hin- und herbewegen, so dass die Dose kullert und ans Blech stößt.
Ist die einzelne klappernde Dose noch allzu gruselig, nehmen Sie die Dose wieder heraus, lassen das Pferd aus der Schubkarre am Heu knabbern und legen nach einiger Zeit wieder die Dose hinein, ohne die Schubkarre zu bewegen. Das wiederholen Sie, bis das Pferd die Scheu verloren hat.
Nach und nach können Sie nun die Schubkarre mit klappernden Gegenständen füllen. „Eine Forke und eine Schippe machen schon ziemlich Krach in der Schubkarre“, sagt Harms. Legen Sie also zuerst ein paar leicht scheppernde Gegenstände – mehrere Dosen und ein paar Steine – in die Karre. Steigern Sie den Lärm langsam.
Rütteln Sie immer mal wieder an der Karre, zwischendurch auch energischer, damit es richtig scheppert. Wessen Pferd nicht von Haus aus gegen Lärm abgehärtet ist, stellt es damit auf eine harte Probe. „Pferde, bei denen im Stall viel gebaut wird oder viel los ist, werden vor der Klapperkarre nicht viel Angst haben“, vermutet Harms.
Hat das Pferd nun die klappernde Karre neben und vor sich akzeptiert, können Sie zum ersten Mal hinters Pferd fahren. „Heben Sie sich das unbedingt für das Trainingsende auf“, empfiehlt Klaus Harms. „Die treibenden Hilfen hängen schließlich immer hintendran. Ist das Pferd noch nicht gelassen genug, fühlt es sich vom Geräusch verfolgt und wird ausweichen wollen.“ Hat es das Training jedoch bisher gelassen bewältigt und akzeptiert auch das Klappern von hinten, hat das Pferd die erste Hürde der GHP II genommen.
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