Sie sind hier: › Startseite › Know-how › Training › GHP II - Für Fortgeschrittene
Über Eck
Vertrauen im Rückwärts-L: Das Pferd muss ohne Schlenker um die Ecke.
- 1GHP II - Für Fortgeschrittene
- 2Holterdipolter
- 3Knackiger Auftritt
- 4Hoch die Beine
- 5Alles im Eimer
- 6Vorhang auf
- 7
- 8Gelungener Wurf
- 9Die Bademeister
- 10Rückblickend
- 11Die Aufgaben der GHP II
Was in der GHP I einfach geradeaus ging, steigert sich in der Geführten Gelassenheitsprüfung II zum Eckmanöver: Am siebten Hindernis müssen Sie Ihr Pferd rückwärts um die Ecke biegen. Für Pferde ist das besonders schwierig, da sie nicht sehen, wohin sie treten. Deshalb prüft die Übung zugleich Gehorsam und Vertrauen.
Für die Richter ist wichtig, dass Sie Ihr Pferd nicht mit aller Kraft rückwärts drücken und schieben. Sie wollen ein Pferd sehen, das mit unauffälligen Hilfen am durchhängenden Zügel durch das Hindernis läuft. „Üben Sie dazu am besten erst einmal ohne Stangen, mit Ihrem Pferd an der Hand gerade rückwärts zu gehen“, sagt Elke Miemietz, Vorsitzende der EWU Rheinland und Westerntrainerin A aus Schermbeck/Nordrhein-Westfalen.
„Ich stelle mich dazu mit dem Gesicht zum Pferd und gehe auf das Pferd zu. So sehe ich, wohin sich die Hinterhand bewegt.“ Damit das Pferd gerade rückwärts geht, muss das Pferd im Hals gerade sein. „Drücken Sie den Kopf nach rechts, weicht die Hinterhand nach links. Das ist wie beim Rückwärtsfahren mit dem Hänger“, vergleicht die Trainerin.
Damit das Pferd einen Schritt nach hinten macht, tippen Sie mit dem Finger an Brust oder Buggelenk und geben das Kommando „Zurück“. Nehmen Sie den Druck weg, sobald das Pferd sein Bein bewegt. Zeigen Sie mit dem Finger in die Richtung, in die das Pferd gehen soll. „Schicken Sie Ihr Pferd nur ein oder zwei Schritte rückwärts“, sagt Elke Miemietz. Überfordern Sie Ihr Pferd nicht, indem Sie es eine lange Strecke rückwärts schicken. „Halten Sie zwischendurch, und lassen Sie es stillstehen.“ Das beruhigt nervöse Pferde, die am liebsten durchs L rennen würden. Als Belohnung bauen Sie nach ein paar erfolgreichen Rückwärtstritten fleißige Vorwärtsschritte ein.
Erst wenn Ihr Pferd schnurgerade rückwärts geht, kommt die Ecke ins Spiel. „Die Ecke ist entscheidend“, sagt Elke Miemietz. „Bei Rückwärtswendungen muss das Pferd auf feine Hilfen reagieren.“ Beginnen Sie mit einer Pylone als optisches Hilfsmittel, um die das Pferd rückwärts wenden soll.
Elke Miemietz: „Stellen Sie die Pylone als optische Begrenzung zuerst mitten im Raum auf und später in die Ecke von Reithalle oder Reitplatz.“ Die Anlehnung durch Zaun oder Bande hilft dem Pferd, die Spur zu halten. Nutzen Sie Ihren ausgestreckten Arm als Richtungsweiser: Er simuliert, wo der Schenkel liegt. Soll das Pferd rechts um die Ecke, strecken Sie den linken Arm aus. Im Training können Sie eine Gerte als Verlängerung benutzen.
Tritt das Pferd ohne zu schlingern rückwärts um die Pylone, kommen Stangen ins Spiel. „Bauen Sie zunächst einen Stangenkanal ohne Ecke auf, und legen Sie die Stangen mindestens zwei Meter weit auseinander“, empfiehlt die Westerntrainerin. „Bevor Sie Ihr Pferd rückwärts durch den Kanal schicken, gehen Sie mit ihm vorwärts hindurch und halten es nach zwei, drei Tritten immer wieder an.“ So gewinnen Sie Kontrolle über jeden einzelnen Huf.
Die ersten Rückwärtstritte üben Sie, indem Sie das Pferd mittig ein kurzes Stück vorwärts in den Kanal führen und wenige Tritte rückwärts wieder hinaus führen. „Für den Anfang reicht es, wenn die Vorhand im Kanal steht.“
Diese Übung steigern Sie langsam, bis das Pferd ruhig und gelassen von einem Kanalende zum anderen rückwärts tritt. „Üben Sie nicht länger als eine Viertelstunde, und bauen Sie immer wieder Vorwärtsbewegungen ein“, sagt Elke Miemietz. „Unerfahrene Pferden richte ich nach dem Reiten rückwärts. Das macht die Übung für sie schmackhaft.“ Beim Einfädeln in den Stangenkanal müssen Sie darauf achten, dass das Pferd mittig steht, damit es beim Rückwärtsrichten nicht auf die Stangen zusteuert.
„Wenn Sie zum Schluss mit Stangen und Ecke arbeiten, legen Sie sich eine Stange am besten parallel zu Bande oder Zaun und einen Pylon in die Ecke“, rät Elke Miemietz. Das macht es dem Pferd einfacher und gibt ihm Sicherheit, weil es die Bande besser sieht als eine Stange am Boden.
„Verkantet sich das Pferd über und neben den Stangen, führen Sie es vorwärts, halten an und führen wieder vorwärts.“ Drehen Sie auf keinen Fall das Pferd im Stangenkanal. Gegen Langeweile beim Rückwärtsrichten hilft dieser Tipp: „Führen Sie das Pferd von beiden Seiten rückwärts durchs Hindernis und bauen die Ecke auch mal zur anderen Seite.“
- GHP: Alles über Training und Prüfung - mit den 30 besten Übungen für gelassenere Pferde
- Die neue GHP - als PDF Datei laden
- GHP-Pass - als PDF Datei laden
- Alles zur GHP auf den Seiten der FN
Auf der nächsten Seite: » GHP II: Die 8 besten Übungen zur Gelassenheitsprüfung II - Gelungener Wurf
12.01.2009
© CAVALLO Ausgabe 07/2008
Autor: Kristina Glaser
CAVALLO Spezial - Hier bestellen! User-Blogs - neu und gratis Das aktuelle Heft
Jetzt am Kiosk
Die neueste Ausgabe mit spannenden Themen jetzt am Kiosk.
mehr »
Hier bestellen »
Abo und Prämien:
Alle Infos hier »





