Klassik-Ausbildung mit Jean-Claude Racinet

Kasus Knacktus: Der Sitz des Reiters

Der französische Ausbilder Jean-Claude Racinet gab einen seiner seltenen Kurse in Deutschland. Für CAVALLO sahen die Klassik-Ausbilder Walburg Monn und Axel Schmidt in Karlsruhe zu.

 

Racinet
Racinet bei der Arbeit mit Pferd und Reiter.

Jean-Claude Racinet ist tot - Zur News

Jean-Claude Racinet ist eine Kapazität. Daran gibt es nichts zu deuteln. Er ist unbeeinflusst von Moden, bietet keine Lobhudelei, stattdessen klare, harte Ansagen: „Was ist zu tun? Was ist zu ändern?“

Er setzt sich nicht groß in Szene, sondern arbeitet. Sehr positiv fiel uns auf, dass er nicht am Pferd herumdeutelte, sondern am Reiter arbeitete. Mit dessen verbessertem Sitz und verbesserten Hilfen veränderte sich auch das Pferd. Das ist für uns der Kasus Knacktus: 70 Prozent eines guten Unterrichts bestehen aus Sitzkorrekturen und dem Verbessern der Hilfen.

Philippe Karl hat stärker als Racinet das Pferd im Auge, weil er argumentiert: Ein Pferd, das flüssiger geht, läßt auch den Reiter besser sitzen. Damit hat er sicher recht. Trotzdem ist aus unserer Sicht die Arbeit am Reiter, wozu auch die Sitzlonge gehört, das Elementare – übrigens eine Einstellung, die auch Reitmeister Egon von Neindorff konsequent verfolgte.

Auffällig bei Philippe Karl ist das häufige Loben der Pferde. Das kam bei Racinet ein wenig zu kurz.

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09.04.2009
Autor: Redaktion CAVALLO
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