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Kappzaum-Messung: Wie viel Kraft wirkt an der Longe auf die Nase?
Viele Nerven, feine Nase
Tierärztin Dr. Claudia Graubner von der Uni Bern erklärt, warum die Nase sensibler ist als das Maul, Gebisse aber mehr schmerzen.
Die Sensibilität am Nasenrücken und der Maulschleimhaut wird durch den fünften Kopfnerv (Nervus Trigeminus) gewährleistet. Dieser verzweigt sich auf seinem Weg zur Nase immer weiter und sensibilisiert so die vordere Kopfpartie ausreichend für eine korrekte Futteraufnahme. Aufgrund dieses immer dichter werdenden Nervennetzes ist der Nasenrücken vermutlich empfindlicher als die Maulschleimhaut oder die Zunge.
Doch für das Schmerzempfinden sind nicht nur die Nerven entscheidend. Je punktueller ein Druck auftritt, desto schmerzhafter ist er: Ein Kilo schmerzt unter einem spitzen Stab viel mehr als unter einem flachen Buch. Deshalb ist der korrekt angelegte Kappzaum an der Longe sicher das sanftere Werkzeug. Er verteilt die Kräfte auf eine recht große Auflagefläche rund um den Pferdekopf. Je besser er aufliegt und gepolstert ist, desto gleichmäßiger wirkt Longenzug auf den Nasenrücken und die äußere Kopfseite.
Gebisse haben dagegen eine kleine Auflagefläche und liegen zudem recht locker im Maul. Sie bewegen sich bei Longenzug horizontal, besonders wenn die Bewegung nicht durch Knebeltrense oder Gummischeiben begrenzt wird. Longenzug am Gebiss kann deshalb sehr schmerzhaft für Zunge und Maulschleimhaut sein, ohne dass dieser Schmerz dem Pferd ein verständliches Signal analog zur Zügelhilfe gibt.



