Vom Pferd zum Kunstwerk: Jörg Kraus setzt Pferde perfekt in Szene

Pferde ins rechte Licht zu setzen, ist die Hohe Schule der Fotografie. Lichtkünstler Jörg Kraus beherrscht sie von der Nüster bis zum Schweif. Im CAVALLO-Interview erklärt er, was die Arbeit mit Pferden so besonders macht.

 

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Foto: Rädlein Bitte lächeln: Foto-Profi Jörg Kraus beim Shooting.

Wie sind Sie zur Pferdefotografie gekommen?

Durch unser eigenes Vollblut, auf dem ich auch reiten gelernt habe. Er hat mir stundenlang geduldig als Lichtmodel gedient - und mich dafür im letzten Jahr abgeworfen. Wobei ich mir das Steißbein gebrochen habe.

Sind Sie Autodidakt?
Ja.

Haben Sie bestimmte Vorbilder – und wie inspirieren Sie sich?

Klaus Philipp, der bedeutendste Pferdemaler der Gegenwart inspiriert mich sehr. Man sieht es auch an meinen Bildern, bei denen manche einem Gemälde nahekommen und das Pferd immer im Punkt des Betrachters steht.

Welches waren die ersten Aufträge?

Im Freundes und Bekanntenkreis bestand natürlich anfangs das Hauptinteresse.

Wer sind Ihre Auftraggeber?

Gestüte, Privatpersonen, Werbeagenturen. Die ganze Palette. Zuletzt für die Reiterstaffel der Polizei in Hessen.

Stellen Sie Ihre Fotos auch aus?

Für 2010 habe ich eine Ausstellung geplant. Ich freue mich aber auch immer über Anfragen von pferde- und kunstbegeisterten Menschen und stelle gerne einige Bilder für eine gewisse Zeit zur Verfügung. Ich unterstütze auch Charity-Projekte.

Welches war bisher das bekannteste Pferd vor Ihrer Kamera?

Adlantus As von Lars Nieberg. Ein großartiges Pferd, das so viel Ruhe und Erfahrung ausstrahlt. Aber er ist viel kleiner als er im Fernsehen aussah. Ich habe mich gewundert, wie so ein relativ kleines Pferd so toll springen kann.

Arbeiten Sie alleine oder im Team?

Alleine ist eine solche Arbeit nicht zu machen, selbst bei Personen-Porträts arbeite ich immer mit einer Assistentin. Bei Pferden ist es noch wichtiger, da liegt die Mähne falsch oder das Pferd ist unaufmerksam. Wenn der Kunde sein Pferd motiviert, dann entstehen die besten Bilder.

Welche Reaktionen bekommen Sie von Ihren Kunden?

Meine Kunden sagen mir immer wieder, dass ihre Pferde besser aussehen als in echt - was ja das Ziel eines jeden Fotografen sein sollte. Für mich war es immer wieder interessant, dass oft die auf den ersten Blick unscheinbaren Pferde, die eindrucksvollsten Bildern ergeben haben.

Ich versuche immer auf die Wünsche meiner Kunden und auf die Eigenheiten der Pferde einzugehen und Exterieur-Mängel der Pferde zu kaschieren, so wie man auch bei Menschen versucht die Schokoladenseite zu treffen. Der Kunde steht für mich immer im Mittelpunkt.

Was zeichnet Ihre Fotos aus?

Die Einzigartigkeit durch eine besondere und intesive Lichtstimmung. Mein Ziel ist es das Pferd als Ikone darzustellen. Jedes meiner Bilder ist durch die Lichtsetzung und die Nachbearbeitung ein absolutes Unikat in das ich manchmal Stunden investiere bis es mir gefällt. Dabei ist gerade auch der Schnitt und die Farbstimmung für mich ein wichtiges Kriterium.

Wie bekommen Ihre Kunden die Fotos?

Auf CD und auf Wunsch in allen Druckvarianten bis hin zu lebensgroßen Ausdrucken.

Was macht die Arbeit mit tierischen Models, gerade Pferden, so besonders?

Sie ist viel schwieriger. Jedes Tier ist einzigartig. Ein Tier kann man nicht zwingen etwas zu tun. Man muss den richtigen Moment abwarten. Das kann manchmal nur eine Sekunde sein, die man zur Verfügung hat, weil in der nächsten die Aufmerksamkeit wieder woanders ist.

Was kostet es eine Privatperson, ihr Pferd fotografieren zu lassen?

Das ist nicht so pauschal zu sagen, da ich auf jeden Kundenwunsch individuell eingehe und keine Standardshootings anbiete, die dann einen Rahmen festlegen. Es kommt immer darauf an wie viel Zeit ich investieren muss. Es ist aber für jeden Geldbeutel etwas dabei.

Mediashow: Hier geht es zu den Pferdefotos von Jörg Kraus

 

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Foto: Kraus Das Spiel mit Licht und Schatten.

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Kontakt:
Kraus Photography
Siemensstraße 18
35394 Gießen
E-Mail: info@equine-fineart.com www.equine-fineart.com

Preise individuell je nach Ort und Umfang des Shootings.

11.11.2009
Autor: Diana Maier
© CAVALLO
Ausgabe 12/2009