Interieur: Was Pferdeaugen über den Charakter verraten

Was verraten Pferdeaugen über das Wesen?

Pferdeaugen sind faszinierend und laden immer wieder zu Spekulationen ein. Was verraten sie über den Gemütszustand des Pferds - und was nicht? CAVALLO hat Experten dazu befragt.

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CAVALLO Leserfotos Pferdeaugen Augen Foto: Hoffmann_privat
CAVALLO Pferdeaugen Foto: Kuserau_privat
CAVALLO Pferdeaugen Foto: Stiemer_privat

Sie sind riesig groß, leicht oval geformt, freundlich und unglaublich ausdrucksstark: Pferdeaugen. Equiden haben von allen Säugetieren die größten Augen und faszinieren den Menschen schon immer. Pferdeaugen sind nicht nur schön, sondern auch ein Stimmungsbarometer. Sie verraten uns viel über den Gemüts- und Gesundheitszustand des Pferds. Darum schauen Ausbilder, Züchter, Tierärzte und Verhaltensexperten gerne tief in die Augen, um herauszufinden, wie das Pferd gerade drauf ist. Einige schließen sogar von Augenformen und Lage der Augen am Kopf auf bestimmte Charaktermerkmale.

„Wissenschaftlich untersucht hat das allerdings noch keiner“, sagt Dr. Ursula Pollmann, Fachtierärztin für Verhaltenskunde aus Freiburg. „Wir können an Pferdeaugen nur positive oder negative Empfindungen ablesen.“ Einige Telepathen und Pferdepsychologen behaupten, den Charakter des Pferds rein durch einen Augenausschnitt auf einem Foto bestimmen zu können. Ursula Pollmann zweifelt daran. „Das wird zu einer wilden Raterei, weil man ja nicht weiß, in welchem Zustand sich das Pferd gerade befindet“, sagt sie. „Döst es, werden seine Augen recht ausdruckslos und desinteressiert wirken.“ War es vielleicht zum Fotozeitpunkt krank und hatte Schmerzen? Fürchtet es sich gerade, reißt es die Augen auf. Um den Charakter des Pferds zu bestimmen, sind die Augen nur ein kleines Mosaiksteinchen des Gesamtbildes und eine reine Momentaufnahme.

„Der Charakter setzt sich aus der Summe aller Eigenschaften zusammen“, sagt Dr. Pollmann. „Ohne den Rest des Körpers zu sehen und die momentane Situation zu kennen, fällt es schwer, über den aktuellen Gemütszustand eine Aussage zu machen“, sagt die Verhaltensexpertin. Ähnlich sieht das Stefan Valentin, der als Pferdepsychologe im saarländischen Schmelz arbeitet. „Ich sehe das Pferd lieber in natura, bewege mich mit ihm und schaue ihm dabei in die Augen. So kann ich das geistige und körperliche Befinden viel besser einschätzen, als durch einen bloßen Blick aufs Auge“, sagt Stefan Valentin.

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Pferde trainieren Apportieren Dressur Foto: Rädlein
Apportieren Foto: Lisa Rädlein
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23.11.2011
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 11/2011