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Rülpsen und Erbrechen beim Pferd - Ursachen und Behandlung
Ursachen und Untersuchungsmethoden
Moderne Wissenschaftler und Tierärzte, die dank neuer Geräte den optimalen Einblick haben, sehen das genauso.
Mit langen Endoskopen, die den Pferdemagen komplett ausleuchten, können sie heute erkennen, ob und woran es krankt.
„Wenn Pferde häufig rülpsen, sollte der Besitzer in jedem Fall eine Gastroskopie, also eine Magenspiegelung machen lassen“, rät Professor Gerald Fritz Schusser, Direktor der Medizinischen Tierklinik der Universität Leipzig.
Magengeschwüre (Ulzera), Magenverstopfungen, Plattenepithelkarzinome oder eine Magenerweiterung (Dilatation) kann der Veterinär auf diese Weise als mögliche Rülps-Ursachen ausschließen.
In die Röhre blickte auch ein amerikanischer Tierarzt bei einem 16jährigen Tennesse Walker: Der rülpste in einem fort, angeblich wegen eines ungewöhnlich geraden Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen, welcher bei Pferden sonst eher spitzwinkelig ist.
Der Fehlanschluss spielt beim Bäuerchen aber keine Rolle, sagt Professor Schusser: „Nicht der Winkel, sondern die Kraft des Schließmuskels ist wichtig, damit kein Gas oder Futter zurück in die Speiseröhre gelangt.“
Ist der Magen ersichtlich gesund, schlucken rülpsende Pferde womöglich das falsche Futter. „Wenn sie sehr kraftfutterreich gefüttert werden, kann es im Magen zu Gärvorgängen kommen, und das Gas wird durch Rülpsen entfernt“, erklärt Professor Schusser.
Angegorenes stößt gleichfalls sauer auf. „Das können zum Beispiel Äpfel sein, die vormittags liebevoll aufgeschnitten, warm in Plastikfolie eingepackt und abends angegoren verfüttert wurden“, warnt Tierärztin Dr. Dorothe Meyer, Chefin der Tierernährungs-Firma Iwest aus Hohenpeißenberg/Bayern.
Entweicht dem Schlund mehr als heiße Luft, müssen beim Pferdebesitzer die
Alarmglocken schrillen: Ein Pferd, das Futter erbricht, schwebt in Lebensgefahr.
Erbrechen ist ein Zeichen, dass der 10 bis 15 Liter fassende Magen heillos überlastet ist und die Wände zu reißen drohen. Was ihn zum Bersten füllte, kann dabei längst gekaut, verschluckt und angedaut sein: Bei einem Dünndarmverschluss staut sich der Brei und schwappt zurück durch den Pförtnermuskel am Magenausgang.
Ein Pferd, das sich übergibt, ist im Gegensatz zum Rülpser freilich sehr selten. Tierärztin Dr. Dorothe Meyer sah es bislang nur einmal. „Und da war es auch schon zu spät, der Magen riss.“



