Hufrehe: Wie eine Operation helfen kann

Wie es nach der Hufrehe-OP weitergeht

Nach der Operation wird der Huf mit einem Verband geschützt.

Der dazu verwendete so genannte Castverband wird wie ein Gipsverband angelegt. Er ist aber aus Kunststoff und bleibt bei Feuchtigkeit stabil. Zusammen mit einem harten Hufkitt unter der Sohle sorgt er dafür, dass sämtliche Last von der Hufwand auf die Sohle umgelenkt wird.

Die Patienten von Dr. Barthel tragen den Hartverband drei Wochen. Danach werden die Hufe mit geschlossenen Spezialeisen und Hufkittfüllung beschlagen, welche die Huwand weiterhin entlasten.

Vom Kronsaum aus wächst nun die neue Hufwand herunter. „Damit sie möglichst gerade wird, entfernen wir wöchentlich neues Narbenhorn, das von der geschädigten Lederhaut weiterhin gebildet wird“, erklärt Dr. Barthel.

Der Erfolg der Operation kommt nicht über Nacht. Bis die Hufwand vollständig wiederhergestellt ist, kann es ein halbes bis ein Jahr dauern – je nach dem, wieviel Wandhorn entfernt wurde.

Manche Pferde haben in der ersten Zeit noch Schmerzen. „Zum einen kann die Sohle durch das ungewohnte Gewicht überlastet sein,“ sagt Dr. Barthel. „Zum anderen ist es durchaus möglich, dass ein Pferd auch nach einer Resektion neue Reheschübe bekommt. Denn mit der OP werden ja nicht die Ursachen, sondern nur die Folgen der vorangegangenen Schübe behandelt.“

Viele Rehehufe sind nach der Regeneration kaum noch als solche zu erkennen. „Die erweiterte und verfärbte Weiße Linie schließt sich wieder und nimmt ihre normale Farbe an. Die Hufwand wächst paralleler zum Hufbein, und die Rotation geht dabei oft zumindest ein wenig zurück“, beschreibt Barthel die Erfolgsaussichten.

Eine Garantie dafür, dass mit einer Resektion alles gut wird, gibt es freilich nicht. Jede Hufrehe ist anders und muss individuell betrachtet werden. Wird die Operation jedoch nach ausgiebiger Untersuchung von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt, kann sie dem Pferd erhebliche Erleichterung verschaffen.


29.09.2008
Autor: Melanie Gebhardt
© CAVALLO
Ausgabe 07/2007